03. Dezember 2014, 22:33 Uhr

Bürgerstiftung Mittelhessen feiert zehnten Geburtstag

Gießen (cst). »Für die Menschen – für die Region« ist das Motto, unter dem sich die Bürgerstiftung Mittelhessen bereits seit zehn Jahren für die Gesellschaft engagiert.
03. Dezember 2014, 22:33 Uhr
(Foto: cst)

Bei einer Feier im Mathematikum aus Anlass des runden Geburtstags schauten die Verantwortlichen und Partner am Dienstagabend auf die Entwicklung der Stiftung sowie vergangene Projekte zurück und wagten einen Blick in die Zukunft. Außerdem wurde der Bürgerstiftung bereits zum dritten Mal das Gütesiegel des Bundesverbands deutscher Stiftungen verliehen.

Die Bürgerstiftung Mittelhessen wurde 2004 auf Initiative der Volksbank Mittelhessen gemeinsam mit 37 Bürgern für die Region Mittelhessen gegründet. Im Rahmen ihres Satzungszwecks will sie gesellschaftliche Vorhaben fördern, die im Interesse der Region und ihrer Bürger liegen, soweit öffentliche Mittel dafür nicht zur Verfügung stehen. Zugleich will die Stiftung weitere Bürger dazu anregen, sich durch Zuwendungen an der Stiftung zu beteiligen. Dadurch solle der Gemeinschaftssinn und die Mitverantwortung der Bürger in ihrer Region gefördert und gestärkt werden.

Dr. Peter Hanker ist als Vorstandsvorsitzender der Aktiven Bürgerschaft Berlin und als Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen direkt mit der Stiftung verbunden. »Es ist das Wesen einer Bürgerstiftung, dass Menschen sich zusammenfinden, um gemeinsam etwas zu bewegen.« Dafür gebe es mittlerweile ein Stiftungsvermögen »über eine Million Euro«. 2014 seien 200 000 Euro an Mitteln hinzu gekommen; insgesamt wurden in den Jahren 232 000 Euro an Geldern für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet.

Wofür die Gelder in den vergangenen Jahren ausgegeben wurden und zukünftig werden, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Klaus Arnold. Dabei machte er deutlich, dass die Gründung 2004 »ohne eigentliches Projekt« erfolgte. Es sei aber klar gewesen, dass die Gelder in »gemeinnützige Projekte in Mittelhessen« fließen sollen. Erste Ausschüttungen (10 000 Euro) seien demnach im Jahr 2006 erfolgt. Damals beteiligten sich 15 Projektgruppen an dem Schülerwettbewerb »Wir machen Mittelhessen lebenswert!« Besonders im Fokus standen dabei »Generationenprojekte«, mit denen Jung und Alt zusammen gebracht werden sollten. Besonders in Erinnerung geblieben ist Arnold ein Projekt aus dem Jahr 2010. Für den 50. Hessentag in Stadtallendorf hatten sich die Mitglieder vom Arbeitskreis »Gewaltfrei Leben in Stadtallendorf« etwas Einmaliges einfallen lassen: Erstmals wurde in Deutschland ein Erlebnisparcours zum Thema Gewaltprävention unter dem Motto »Mit allen Sinnen – Gewaltfrei Leben« präsentiert.

»Vorbilder für uns alle«

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz war voll des Lobes. Sie sehe in der Stiftung ein »Schneeballsystem« im positiven Sinne. »Menschen werden angestoßen und engagieren sich für die Gemeinschaft«, erklärte sie. »Bereits seit zehn Jahren unterstützen Sie Mittelhessen besonders und tragen zur Stärkung der Region bei«, lobte Regierungspräsident und Leiter der Stiftungsaufsichtsbehörde Dr. Lars Witteck bei seinen Grußwort die ehrenamtlichen Vertreter der Bürgerstiftung Mittelhessen. Diese trieben das »Engagement für Gemeinsinn« voran, seien »Wegbereiter der Völkerverständigung und Vorbilder für uns alle.« Er sehe in der Verleihung des Gütesiegels »eine formelle Bestätigung ihrer Arbeit.«

Arnold blickte nach der Übergabe der Urkunde durch Markus Ochs, Stiftungsreferent »BürgerStifterland« in die Zukunft. Demnach werde er versuchen, die Zusammenarbeit mit dem Freiwilligenzentrum zu intensivieren. Beide Institutionen planten aufgrund des Erfolges in diesem Jahr für 2015 erneut einen Freiwilligentag für Stadt und Landkreis Gießen. Auch solle erneut ein Ehrenamtspreis für Jugendliche verliehen werden, bei dem der Einsatz der Jugendlichen ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt werden soll.



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