28. November 2013, 22:48 Uhr

»Bürgersaal« kommt die Stadt teuer zu stehen

Gießen (mö). Die Stadtbibliothek, die Kunsthalle und der Konzertsaal: Das sind die drei Sahnehäubchen auf der neuen Stadtverwaltung am Berliner Platz, die für den Begriff »Kulturrathaus« stehen. Die Gießener Steuerzahler bezahlen für diese attraktiven Bildungs- und Kultureinrichtungen freilich einen hohen Preis.
28. November 2013, 22:48 Uhr
Auch über heiße Eisen wird im Konzertsaal diskutiert.

Allein für den Betrieb des Konzertsaals hat die Stadt seit der rund 650 000 Euro aufbringen müssen. Dies geht aus den Antworten des Magistrats auf einen Antrag der FDP-Fraktion hervor.

Auf Grundlage des Antrags der Liberalen hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat im Sommer aufgefordert, bis Jahresende ein »Konzept für die Bespielung« des Konzertsaals vorzulegen. Die FDP hatte in diesem Zusammenhang angeregt, den Saal künftig vom Kulturamt verwalten zu lassen. Dies hat der Magistrat nun mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Nutzung des Saals mittlerweile weit über kulturelle Zwecke hinausgeht. Laut einer Aufstellung gab es seit 2009 rund 260 Veranstaltungen im Konzertsaal, rund die Hälfte davon waren externe. Diese Nutzung will der Magistrat ausbauen, denn die Überlassung an Vereine oder andere Organisationen bringt Mieteinnahmen. Diese stehen bislang freilich in einem Missverhältnis zu den laufenden Kosten. 2012 nahm die Stadt knapp 10 000 Euro ein, gab aber rund 175 000 Euro aus. Das daraus resultierende Defizit bewegte sich seit der Eröffnung jährlich zwischen rund 155 000 und 170 000 Euro. Wobei der weitaus größte Ausgabeposten mit gut 100 000 Euro auf den Anteil an der Abfinanzierung des insgesamt rund 73 Millionen Euro teuren Rathausbaus entfällt.

Aus Sicht des Magistrats hat sich der Konzertsaal aufgrund der häufigen Nutzung durch Externe als »Bürgersaal« etabliert. Gleichwohl müsse der Kostendeckungsgrad durch eine »weitere Steigerung der Erlöse aus Vermietung« erhöht werden. Dazu könne eine »kundenfreundliche und dienstleistungsorientierte Vermarktung« beitragen.

Das Stadtparlament hatte 2009 eine Nutzungssatzung für den Konzertsaal beschlossen, die aber keine Mietpreise enthält. Diese werden vom Magistrat bestimmt. Die Vorschrift sieht unter anderem vor, dass der Raum nicht von politischen Parteien oder für Verkaufsveranstaltungen von Unternehmen genutzt werden darf. (Archivfoto: mö)

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