07. September 2016, 12:00 Uhr

Bürger werden Filmemacher 120 000 Haushalte dabei

Gießen (son). »Das Jahr 1996 – mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen«. Wilhelm Behle, Leiter des Medienprojektzentrums Offener Kanal (MOK) Gießen, warf in der Live-Sendung zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung einen Blick zurück – auf zwei Jahrzehnte Bürgerfernsehen für die Region. »Rund 5000 Menschen haben bei uns von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, an der Demokratisierung des Fernsehens mitzuwirken«, sagte Behle am Montagabend. Klar, habe sich die Lage angesichts von Facebook, YouTube und Instagram verändert, »aber wir haben nach wie vor eine Daseinsberechtigung«. Gerade im Bereich Jugendmedienschutz leiste der MOK hervorragende Arbeit.
07. September 2016, 12:00 Uhr
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Im Medienprojektzentrum Offener Kanal Gießen spricht Moderator Florian Kempff mit den Urge...

Dies bestätigten auch die vielen Talk-Gäste, die anschließend von Moderator Florian Kempff im Studio begrüßt wurden. So schilderte die Lehrerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Marburg, Ayse Gülmez, ihre guten Erfahrungen mit dem MOK, der seit Jahren mit Ausrüstung und kompetenten Ansprechpartnern bei den Projektwochen an der Steinwaldschule in Neukirchen zur Seite stehe. Dort erarbeiten Studierende der Universität und Schüler gemeinsam außergewöhnliche Filmprojekte. Filmische Ergebnisse dieser fruchtbaren Zusammenarbeit wurden eingespielt.
Bürgerfilmemacher der ersten Stunde sind Heinrich Kimmel und Karl Weber. Der eine setzt gerne seine Reiseziele in den Mittelpunkt, der andere filmt die schönen Seiten seiner Busecker Heimat. Dabei bedienen sie sich, wie Moderator Kempff erfuhr, immer der neuesten Technik. »Wir machen alles digital«, so die beiden Senioren. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz gratulierte per Videobotschaft, auch Hans-Christian Sommer vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Marburg sendete Grüße. Für Joachim Becker, Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die alle vier offenen Kanäle in Hessen fördert, spielen diese immer noch eine »bedeutende Rolle«. »Die MOK sind wichtig im kommunalen Informationsangebot. Im Raum Gießen können immerhin 120 000 Haushalte den MOK empfangen«.
Für die musikalische Umrahmung der Live-Sendung sorgte die Band »Jazz-Therapie«. Als weitere Gäste hatte Kempff MOK-Praktikant Abdijabar Abdi Mahamoud, sowie die FSJ-Absolventinnen Anna Breuer und Johanna Borth eingeladen. Auch Sascha Ruhweza vom Hessischen Kultusministerium berichtete über seine Erfahrungen mit dem MOK. Als ehemaliger Lehrer der Friedrich-Ebert-Schule in Wieseck verantwortete er unter anderem ein Filmprojekt mit den Schülern über das Thema »Mobbing«.
Als Überraschungsgast tauchte übrigens »Schlammbeiser« Axel Pfeffer auf, gratulierte dem MOK, wies aber zugleich darauf hin, dass eigentlich er – schon im Jahr 1903 – für den ersten »offenen Kanal« in Gießen gesorgt habe ... Der Offene Kanal Gießen sitzt im Unteren Hardthof. Er sendet analog auf Kabelkanal 23 und digital auf Programmplatz 136. Insgesamt können 120 000 Haushalte in Mittelhessen den heimischen Offenen Kanal empfangen. Kontakt unter Tel. 06 41/96 05 007, www.mok-giessen.de “ Den ersten offenen Kanal in Gießen gab es 1903 „

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