09. Mai 2014, 17:53 Uhr

Bürger für Müllproblem sensibilisieren

Gießen (ck). Vor allem den (Plastik-)Müll, der über die Binnengewässer in die Meere gelangt und dort zu kaum absehbaren Problemen führen kann, hat die neue EU-Initiative »Let’s clean up Europe« in den Fokus gerückt.
09. Mai 2014, 17:53 Uhr
In kurzer Zeit haben die Taucher reichlich Müll aus der Lahn geholt. Für dieses Engagement gab es gestern im Vorfeld des »European Clean-Up Day« Worte des Dankes. (Foto: ck)

Seit über zehn Jahren gibt es die bundesweit einmalige Aktion »Sauberhaftes Hessen« mit ihren diversen Einzelveranstaltungen. Deren Ziel ist es, ein öffentliches Bewusstsein für die Belange des Umweltschutzes zu schaffen und die Bürger dazu anzuhalten, Abfall zu vermeiden und, falls dessen Entstehung nicht zu verhindern ist, ihn in die dafür vorgesehenen Tonnen und nicht einfach in die Landschaft zu werfen.

Am Samstag erstmals wird nun erstmals der der »European Clean-Up Day« begangen. Damit solle dafür geworben werden, mehr solcher – in Gießen bereits üblichen – Aktionen in ganz Europa durchzuführen, um für das Ausmaß des Verschmutzungs- und Abfallproblems zu sensibilisieren und Verhaltenveränderungen zu bewirken, sagte Edgar Freund, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft im Hessischen Umweltministerium, am Freitag bei einem Pressetermin am Stadtwerke-Wehr an der Lahn.

Die Verantwortung jedes Einzelnen hob auch Dr. Stephan von Keitz, Wasserexperte im Hessischen Umweltministerium in Gießen, hervor. Man dürfe sich nicht darauf verlassen, dass Kläranlagen das Problem lösen. »Jeder muss durch sein Verhalten alle Anstrengungen zur Müllvermeidung unternehmen«, sagte er in Anwesenheit von Mitgliedern des Vereins Sportangler Gießen sowie von Tauchern des SV Grün-Weiß Gießen, die in schöner Regelmäßigkeit die Lahn und deren Ufer von Unrat befreien und die auch während des Treffens aktiv waren.

Dafür ernteten sie gestern ausdrücklichen Dank von Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Für ihn gebe es unterschiedliche Formen bürgerschaftlichen Engagements. Die einen, die mehr oder weniger grundsätzlich dagegen sind, und die anderen, die sich für etwas einsetzten; letzteres sei sehr viel schwieriger. Und die neue Initiative sei eine gute Gelegenheit, den Menschen öffentlich Dankbarkeit zu zeigen, die sich ehrenamtlich einsetzen, so Witteck.

Laut Weigel-Greilich sind die globalen Auswirkungen von Müll bekannt. Es sei aber schwer, den Menschen vor Ort zu vermitteln, dass jeder selbst etwas dagegen tun könne. Die Bürgermeisterin lobt die lokalen Projekte – wie unter anderem den »Sauberhaften Schulweg« –, weil man mit solchen Beispielen die Menschen erreichen könne.

Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Guntram Ohm-Winter, Dezernatsleiter bei der Oberen Fischereibehörde des Regierungspräsidiums.

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