07. Februar 2010, 16:02 Uhr

Bülent Ceylan begeistert in der Kongresshalle

Bülent Ceylan gastierte in der Kongresshalle. Schon beim ersten Auftreten applaudierten die Zuschauer begeistert.
07. Februar 2010, 16:02 Uhr
Bülent Ceylan bei seinem Auftritt in der Kongresshalle. (Foto: olz)

Es ist schon fünf Minuten nach acht, als sich ganz langsam Unruhe unter den 1100 Gästen in der Kongresshalle ausbreitet, denn eigentlich sollte es schon um 20 Uhr losgehen. Ist irgend- etwas passiert? Kommt er vielleicht gar nicht? Gemeinsam entscheidet sich das Publikum zu klatschen, und plötzlich betritt der erwartete Star die Bühne. Mehr als das braucht er im Grunde genommen nicht zu tun, um die Sympathien im Saal zu erwerben. Schon beim ersten Auftreten Bülent Ceylans, der am Samstag mit seinem Programm »Ganz schön turbülent« hierher gekommen war, applaudieren die Zuschauer - Jung und Alt sind unter ihnen vertreten - begeistert.

Und es ist kein wirklich feines Gespür nötig, um zu merken: Ceylan hat die Atmosphäre der ganz großen Bühne und auch ein wenig Superstar-Flair mit sich in das Gebäude am Berliner Platz gebracht. Schnell wird im Verlauf des Abends deutlich, dass diese Attribute nur allzu berechtigt sind, denn mit seinem sympathischen, trockenen und facettenreichen Humor gelingt es dem Künstler, die Stimmung in kürzester Zeit zum Siedepunkt zu bringen - und sie dort vor allem auch zu halten. Das ist bei Weitem keine Selbstverständlichkeit, denn bekanntlich gibt es in Deutschland mittlerweile eine immense Zahl an Comedians, sodass man schon das gewisse Etwas braucht, um ein Publikum zum Lachen zu bringen und sich von den Kollegen abzuheben. Ceylan hat es, dieses Etwas, definitiv.

Ob es nun die angenehme und freundliche Ausstrahlung des Komikers ist, sein spontaner Ein- fallsreichtum, mit dem er sich am Samstag in kürzester Zeit auf Giessener Verhältnisse ein-stellt, oder seine Begabung, authentisch in verschiedenste Rolle zu schlüpfen Es ist schwer zu entscheiden, was genau dieses Etwas bei Ceylan ausmacht, doch wahrscheinlich sind es alle diese Faktoren gemeinsam, ergänzt um die Fähigkeit, Banalitäten des Alltags oder interkulturelle Besonderheiten pointiert auf die Spitze zu treiben.

Man hängt diesem Mann einfach an den Lippen, wenn er als türkischer Supermarktbesitzer von seinen Schwierigkeiten mit dem ostdeutschen Schwiegersohn berichtet oder wortgewaltig die ganz alltäglichen Probleme mit dem Pfandflaschenautomaten im Supermarkt schildert.

Und warum hängt man ihm an den Lippen? Ganz klar: Das ist kein gewöhnlicher Auftritt eines Komikers, denn mit seinem charmanten Plauderton gelingt es dem Künstler, eine echte Beziehung zu seinem Publikum aufzubauen und die Distanz, die die »Rampe« trotz räumlicher Nähe doch schafft, mühelos zu überwinden. Mit anderen Worten: Das ist zwar ohne Zweifel ein Star, der da oben auf der Bühne steht, aber in gewisser Weise ist er doch auch einer von uns. olz

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