14. Juni 2019, 21:22 Uhr

Breite Zustimmung zum Wohnungsvergabe-Konzept

14. Juni 2019, 21:22 Uhr

Im Grunde sei der Kapitalismus schuld am Wohnungsmangel, »wir doktern nur an Symptomen herum«: Diese Einschätzung des Kommunisten Michael Beltz für die Linke war der einzige Einwand, der im Sozialausschuss zu den neuen Registrier- und Vergaberichtlinien für Sozialwohnungen in Gießen laut wurde. Aber Beltz signalisierte wie auch Vertreter anderer Fraktionen Zustimmung.

»Im kapitalistischen Gießen« könne man froh über den hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen sein, erwiderte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Zu verdanken sei das ihren Vorgängern, »die sozial richtige Weichen gestellt« und der Versuchung widerstanden hätten, städtische Wohnungen zu verkaufen.

Wie berichtet, wollen alle Wohnungsunternehmen mit Sozialwohnungen - und die Wohnbau auch für ihren nicht gebundenen Bestand - ein Punktesystem anwenden, um die dringlichsten Fälle zuerst zu versorgen. Ähnliche Kriterien galten schon bisher, erläuterte Grabe-Bolz; nun werden sie transparenter.

In einer Pressemitteilung begrüßt der Mieterverein - der an der Erarbeitung beteiligt war - besonders, dass Nicht-Gießener kaum eine Chance auf das »knappe Gut« sozialer Wohnraum haben. Damit werde verhindert, »dass es sich die Kreisgemeinden bequem machen und wie in der Vergangenheit das Wohnungsversorgungsproblem auf die Stadt abschieben, indem man einfach Sozialwohnungsberechtigte nach Gießen schickt«. Grabe-Bolz hatte bei der Vorstellung des Konzepts betont, dass der Kreis mittlerweile den Bau von Sozialwohnungen verstärkt vorantreibe.

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