06. August 2014, 18:08 Uhr

Brachiales Soundgewitter

Stagediver sieht der MuK sicher nicht allzu oft. Doch am Dienstagabend war in dem angenehm gefüllten Bunker mit den amerikanischen Stoner-Rockern von Red Fang ein wahres Abrisskommando zu Gange, das auch das Publikum zum Mitmachen animierte.
06. August 2014, 18:08 Uhr
Red Fang lässt es krachen. (Foto: sag)

Kurz war es, gut eine Stunde lang, das Konzert von Red Fang, dafür aber umso intensiver. Was das Quartett aus Portland (Oregon) da auf die Bühne brachte, sucht seinesgleichen. Die Band zelebriert eine Mischung aus Stoner Rock und Sludge, gepaart mit erdigem Heavyrock, ein wenig Doom-Metal und einem soliden Blues-Fundament. Dabei dreschen Aaron Beam (E-Bass, Gesang), David Sullivan und Maurice Bryan Giles (beide E-Gitarren und Gesang) sowie John Sherman (Drums) in 1-A-Stoner-Manier auf ihre Instrumente ein, gleichermaßen sind die Songs aber so riffverliebt und harmoniebetont, dass bei aller Brachialität die Eingängigkeit immer im Vordergrund steht. Lange und flatternde Gitarrensoli treffen hier auf die starken Bassläufe, die im Stoner Rock und Sludge so typisch sind, ebenso wie ein minimalistisch vorpreschendes Schlagwerk. Getragene düstere Parts, die dem Desert Rock und teils dem Doom-Metal entlehnt sind, schaffen zusätzlich Atmosphäre. Dieses Soundgewitter, das vor allem durch die klaren, aber fordernden Gesangsparts von Aaron Beam punktet, der seine Stimme auch immer wieder mehrstimmig mit seinen Kollegen erhebt, lässt dem Publikum keine Ruhe: Vor der Bühne wird gepogt, geheadbangt, das Bier in Fontänen aus den Flaschen geschüttelt.

Ein Punkt, der auffallen mag: Auf der Bühne geht es wenig bierlastig zu. Das verwundert, wenn man die bierverliebten Clips der Band kennt. Überhaupt agiert das Quartett ruhig: Für Ansprache an die Fans bleibt kaum Zeit. Beam begrüßt die Gäste in nahezu perfektem Deutsch, ab und zu ein kurzes »Danke«, das war’s. Mehr braucht’s auch nicht, denn das Konzert verlangt dem Publikum so auch schon genug ab, betrachtet man allein den Lautstärkepegel, der den Bunker erbeben lässt. Intensiv, brachial, musikalisch versiert – eine Band, die man in Gießen wiedersehen will. Ähnlich brachial wie der Hauptact hatte bereits die Vorgruppe Mojo Jazz Mob den Besuchern eingeheizt. Die Münsteraner boten derbsten Stoner-Rock mit Metalanleihen und jeder Menge Groove. Auch hier gilt: Unbedingt mehr davon. sag

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