12. November 2010, 18:04 Uhr

Bodo Bach und Johannes Scherer überwinden ihr "Schenk-Trauma"

Wann macht Comedy richtig Spaß? Ganz klar dann, wenn sie die vielen kleinen Skurrilitäten des Alltags aufgreift und durch den Kakao zieht. Genau das taten Bodo Bach und Johannes Scherer, die mit ihrem Programm »Die 2 Beiden« am Donnerstag in der Kongresshalle auftraten.
12. November 2010, 18:04 Uhr
»Die 2 Beiden« verstehen sich: Bodo Bach (links) und Johannes Scherer. (Foto: olz)

420 Zuhörer waren gekommen, und sie wurden nicht enttäuscht. Denn immer wieder starteten die beiden Komiker, die noch bis Dezember touren, ihre herzhaft ironisch-zynischen Attacken auf die Lachmuskulatur des Publikums, das sich dafür mit eifrigem Beifall zu bedanken wusste.

Doch was genau sorgte für den häufigen Szenenapplaus? Auf einen einfachen Nenner gebracht: Im Grunde genommen das, was wir alle kennen. Und genau das mache die Arbeit des Komikers - der in seiner Heimatstadt Offenbach als »Kasper« bezeichnet würde - aus, betonte Bach. Es gehe nicht darum, sich Geschichten auszudenken, sondern das Leben zu beobachten und Sketche so zu finden. Ein Beispiel? Johannes Scherer berichtete vom Kauf eines neuen Flachbildfernsehers und all den Schwierigkeiten, denen sich der stolze Besitzer stellen muss. Das geht schon beim Einrichten los: »Da brauchst Du zwei bis drei Semester Informatik-Grundstudium«, witzelte Scherer, der auch als Radiomoderator bei FFH arbeitet. Alle die, die nicht über diese Vorbildung verfügen, seien dann gezwungen, sich an die Hotline zu wenden, da es die Reparaturkünstler von einst - wie den Herbert aus Scherers Geburtsdorf im Spessart -, die alles reparieren konnten, heute nicht mehr gebe. Also an die Telefonhotline gewandt. Die Parodie des Komikers, der von Mitarbeiter zu Mitarbeiter verbunden wird und immer wieder in der Warteschleife landet, sorgte für herzliches Gelächter bei den Gästen. Während des gesamten Sketches hatte Scherer die Lacher auf seiner Seite, und es ist klar, warum: Notlagen mit der modernen Technik und Telefonhotlines kennen die meisten. Und auch die Bilder aus dem Fernsehen, die Bach anschließend zeigte, um zu verdeutlichen, dass auch das TV für den Komiker zur Quelle werden kann, sind bekannt. Er kam jedoch nicht weit, denn genau in dem Moment, als ein Bild von Urgestein Heinz Schenk auf dem Bildschirm des Bühnenmonitors erscheint, springt Scherer ihm schon wieder bei, um augenzwinkernd von einem frühkindlichen Schenk-Trauma zu berichten. Großer Spaß, bei dem auch deutlich wurde, dass hier zwei auf der Bühne stehen, die wirklich gut zusammenpassen und sich absolut treffsicher immer wieder die humoristischen Bällchen zuwerfen. Gerade auch deshalb war es ein rundum gelungener Abend mit Bach und Scherer. olz

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