05. Juli 2018, 21:56 Uhr

Blumensamen im Tonziegel

05. Juli 2018, 21:56 Uhr
DWG
Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich und eine Besucherin bewässern Samen mit einem Ausstellungsstück des Gießkannenmuseums. (Foto: dwg)

Gigantische, winzige, einfache, verrückte, einfarbige und bunte Gießkannen: Zum »Tag der Gießkanne« lockte das Gießkannenmuseum in der Sonnenstraße am Mittwoch einige Garten- und Kunstbegeisterte unter dem Motto »Wildwuchs – Die Vereinigten Staaten der Pflanzen, Farne und Moose« in seine Räume.

Unter den vielen Gießkannen sind Designerstücke, aber auch improvisierte, kitschige oder arbeitsaufwendige Exemplare. Interessant sind die durch ihre verrückte Ästhetik auffallenden Ausstellungsstücke, wie die fisch-, hunde- oder ferkelförmigen Gießkannen. Aber auch die schönen Kannen, die aus Keramik oder Porzellan hergestellt wurden. Von den improvisierten Kannen springt eine kleine blaue Plastikflasche ins Auge, die aus dem Haushalt eines verstorbenen Großvaters eines Freundes des Museums stammt.

Passend zum Unabhängigkeitstag hielt das Museum in Kooperation mit »flux – impulse« einige Aktionen bereit. So konnten Besucher beispielsweise Tonziegel, in denen Blumensamen eingearbeitet wurden, in den nächstgelegenen Grünflächen verteilen und mit Ausstellungsstücken bewässern, sodass Pflanzen heranwachsen. »Das Sprengen der Blumensamen im Ziegel symbolisiert den Unabhängigkeitstag, an dem die Pflanzen durch die Gießkannen ihre Freiheit erlangen«, sagt Andreas Schmidt von »flux – impulse«. Die Besucher Walter Wege und Andrea Walkmus sind begeistert von der Ausstellung. Wege, der gerne Kunstmuseen besucht, findet die Idee gut, wie die Gießkanne zu einem Kunstwerk umfunktioniert wird. »Das Museum zeigt, inwieweit es anregend sein kann, zu gestalten.«

Mittlerweile beheimatet das Museum, das 2011 im Vorfeld der Gartenschau gegründet wurde, eine Sammlung von über 1300 Exemplaren, die allesamt Schenkungen von Bürgern sind. Dass das besondere Konzept funktioniert, mache die stark gestiegene Besucherzahl seit dem Umzug in die zentrale Sonnenstraße letztes Jahr sichtbar. »Alleine im Mai hatten wir über 600 Besucher«, betont Günther. Darunter seien viele Tagestouristen, aber auch viel »Zufallskundschaft«. Das Gießkannenmuseum sei einer witzigen und bizarren Idee eines Gießeners entsprungen, die von der Künstlergruppe »Gärtnerpflichten« aufgegriffen wurde, erläutert Kuratorin Ingke Günther. Die Herkunftsgeschichten der Gießkannen geben den Alltagsgegenständen einen besonderen und ernsthaften Sinngehalt.

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