15. August 2018, 22:06 Uhr

Blick in Abgründe

15. August 2018, 22:06 Uhr
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Aus der Redaktion
»N- Walker« nennt Thomas Zipp diese Skulptur. (Foto: P. I. Colin)

Gießen (pm/gl). Thomas Zipp ist der nächste Künstler, der in der Kunsthalle im Rathaus ausstellt. Vom 1. September bis 18. November sind seine Arbeiten unter dem Titel »A Primer of Higher Space (The Family of Man Revisited)« zu sehen. Eröffnung ist am Freitag, 31. August, um 19 Uhr. Zur Einführung spricht Dr. Nadia Ismail, Leiterin der Kunsthalle und Kuratorin der Ausstellung. Zur Eröffnung findet auch eine Performance statt. Der Künstler ist anwesend.

Vernissage am 31. August

Das Werk des in Berlin lebenden Künstlers ist geprägt von der Auseinandersetzung mit den Widersprüchen moderner Subjektivität. In seinen raumgreifenden Installationen befragt er das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Masse, dem Ich und dem Kollektiv. Indem Zipp konventionelle Wertesysteme und Wissenschaftsmodelle dekonstruiert, schafft er Raum für neue Fragen. Als »Psychonaut der Kunst« wurde er schon bezeichnet. Seine Themen sind oft düster und abgründig, behandeln Themen wie Wahrheit und Lüge, Gott und Teufel, Norm und Abweichung, Körper und Geist, Rausch und Grenzerfahrung. Die dunklen Abgründe der Seele scheinen Zipp nicht fremd zu sein. So hatte er beispielsweise schon einmal das Kasseler Fridericianum mit einer Installation in eine psychiatrische Anstalt verwandelt. 2013 bespielte mit einer Einzelschau zur Biennale den Palazzo Rossini mit seinem künstlerischen Seelenstriptease.

1966 in Heppenheim geboren, gilt Zipp als einer der einflussreichsten deutschen Künstler der Gegenwart. Er studierte Malerei an der Städelschule in Frankfurt und in London. Er lehrte an der Hochschule für bildende Künste in Karlsruhe und der Universität für Angewandte Künste in Wien. Seit 2008 ist er Professor an der Universität der Künste Berlin. Bis in die 1990er Jahre spielte er außerdem Schlagzeug unter anderem in der Punkband The Swunk. Die Band war aber nie kommerziell erfolgreich.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung findet man in Kürze auf www.kunsthalle-giessen.de.



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