Stadt Gießen

Bilanz: Schiffenberg als Besuchermagnet

Der Schiffenberg hat sich bei dem soeben zu Ende gegangenen Kultursommer als Besuchermagnet erwiesen, sagt Dennis Bahl. Der Veranstalter plant bereits für nächstes Jahr.
12. September 2017, 06:00 Uhr
Karola Schepp
abbanight_10_lademann_120917
Mit einer Abba-Night ist der Gießener Kultursommer ausgeklungen. (Foto: chl)

Rund 25 000 Besucher, nur drei von insgesamt zwölf Auftritten verregnet, allgemeines Lob für die reibungslose Organisation – Konzertveranstalter Dennis Bahl ist zufrieden mit dem Gießener Kultursommer 2017 auf dem Schiffenberg. »Unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen«, bilanzierte er am Montag auf Anfrage – und steht schon für den Kultursommer im nächsten Jahr in den Startlöchern.
Auslastung bei 75 bis 80 Prozent

Am Sonntag endete das mittlerweile dritte Kultursommerspektakel mit einer Abba-Night. Zuvor hatten an zehn Abenden in den letzten zweieinhalb Wochen Sänger wie Roland Kaiser, Max Giesinger, Tim Bendzko, Konstantin Wecker, Milow oder Lokalmatador Tom Pfeiffer für zufriedene Gesichter im Publikum gesorgt. Vier Veranstaltungen, darunter auch die Eröffnungsveranstaltung mit Lars Ruppel und weiteren Poetry Slammern, waren ausverkauft. »Von den Konzerten waren viele sehr gut besucht«, betont Bahl. »Wir hatten durch die Bank eine Auslastung von 75 bis 80 Prozent.« Etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei lediglich die Michael-Jackson-Tribute-Show. »Insgesamt hatten wir im Kultursommer 25 000 Besucher erwartet, und die waren auch da.«

 

Verständnis für Einlasskontrollen

 

»Hellauf begeistert« zeigt sich Bahl vom Sicherheitskonzept. Er sei sehr dankbar, dass alle akribischen Vorbereitungen auch von allen Beteiligten gut umgesetzt worden seien und auch die Zuschauer bei den Einlasskontrollen wenig diskutiert hätten. Besucher würden schließlich auch von anderen Konzertveranstaltungen schärfere Einlasskontrollen kennen und einsehen, dass diese auch im Sinne der eigenen Sicherheit nötig sind. Und wer dennoch über das erlaubte Maß hinaus ragende Taschen mitgeführt habe, habe die gegen kleines Entgelt in einem Container unter Aufsicht deponieren können. Lediglich beim Konzert von Roland Kaiser seien ihm Beschwerden zu Ohren gekommen, weil Besucher keine Campingsitze mit auf das Gelände hätten nehmen dürfen. Bahl verweist aber darauf, dass auch bei unbestuhlten Konzerten Besucher im Biergartenbereich Platz nehmen konnten, wenn sie nicht lange stehen wollen oder können.

Bewährt hat sich aus Bahls Sicht auch die neue Bühne, die um 60 Zentimeter gegenüber dem Vorjahr angehoben wurde. »Im Bühnenbereich war das eine tolle Sache.« Das Feedback der Künstler sei bestens gewesen, ebenso die Sicht der Zuschauer.

 

Buspendeldienst verstärkt

 

Auch mit dem Parkarrangement zeigt sich Bahl zufrieden. 350 Parkplätze standen auf dem Schiffenberg zur Verfügung. Allerdings nur für jene, die im Vorfeld zur Konzertkarte auch ein Parkticket für zehn Euro gekauft hatten. Alle anderen Besucher konnten den kostenlosen Shuttlebus nutzen, der zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltungen und auch nach deren Ende mehrfach zwischen Schiffenberg und dem Philosophikum mit seinem großem Parkplatz pendelte. Dies war auch im Vorfeld so kommuniziert worden. Insofern ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum beim ausverkauften Konzert von Max Giesinger zahlreiche Autofahrer ihren Wagen verbotswidrig auf Grünstreifen abstellten – und entsprechend Knöllchen kassierten.

Beim Buspendeldienst habe man sogar noch nachgebessert, berichtet Bahl, nachdem bei den ersten beiden Veranstaltungen die Anfahrtszeit etwas zu knapp bemessen worden sei. Das Organisationsteam lerne eben von Jahr zu Jahr dazu, an welchen Stellschrauben zu drehen sei. Insofern habe sich auch das Konzept bewährt, den Zuschauern nach dem Ende der Veranstaltungen die Gelegenheit zu geben, noch eine Weile auf dem Schiffenberg bleiben zu können. Spätestens um 23 Uhr war aber Schluss mit der Musik – aus Rücksicht auf die Anwohner.

 

Infokasten

Auf ein Neues

Wenn es nach Dennis Bahl geht, wird der Kultursommer im kommenden Jahr wieder auf dem Schiffenberg stattfinden können. Schon jetzt sei er im Gespräch mit Agenturen von »internationalen und nationalen Künstlern«. Der Gießener Kultursommer habe sich in der Branche herumgesprochen. Und auch wenn bei den Besucherzahlen »rechnerisch noch Luft nach oben ist«, will Bahl auch künftig die Deckelung von maximal 4800 Besuchern pro Veranstaltung beibehalten. Ihm gehe es nicht nur um die Sicherheit und die gute Sicht der Besucher, sondern auch um den Charakter des Kultursommers. »Die intime Atmosphäre zeichnet den Spielort aus. Das wollen wir nicht überstrapazieren.«

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Bilanz-Schiffenberg-als-Besuchermagnet;art71,312663

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung