09. Mai 2012, 22:48 Uhr

Bewährungsstrafe wegen räuberischer Erpressung

Gießen (sha). Er habe einen Fehler gemacht und sich falsch verhalten, räumte der 22-jährige Angeklagte am Dienstag vor dem Amtsgericht ein. Der junge Mann soll auf einem Spielplatz in der Nähe des Messegeländes zwei andere junge Männer zusammengeschlagen und von ihnen sowohl Geld als auch Mobiltelefone gefordert haben.
09. Mai 2012, 22:48 Uhr
(Foto: dpa)

Dass er einen 21-Jährigen aus Biebertal zweimal mit der Faust geschlagen und die Herausgabe von dessen Handy gefordert habe, gab der Angeklagte zu. Allerdings sei diese Tat nicht geplant gewesen, sondern die Situation vielmehr »eskaliert«, weil alle alkoholisiert gewesen waren. Geld habe er aber nicht verlangt. Auch habe er den anderen jungen Mann – einen 24-Jährigen aus Biebertal – weder geschlagen noch erpresst. Ob sein Bekannter Geld von den beiden Opfern gefordert habe, wisse er nicht.

Die als Zeugen geladenen Männer aus Biebertal und der Mittäter des Angeklagten bestätigten weitgehend die Aussagen des 22-Jährigen. Jedoch betonte das 21-jährige Tatopfer, dass der Angeklagte von ihm nicht nur die Herausgabe des Mobiltelefons, sondern auch Geld verlangt habe. Der andere Mann aus Biebertal konnte sich nicht erinnern, dass der Angeklagte ihn körperlich misshandelt oder erpresst hätte.

»Sammelsurium« an Straftaten

Neben dem Tatvorwurf der räuberischen Erpressung hielt Staatsanwältin Daniela Zahrt dem 22-Jährigen in der Anklage vor, in den Jahren 2010 und 2011 in Gießen zweimal »schwarz« mit Bus gefahren zu sein, bei einem Schuhhaus ein Paar Sportschuhe geklaut zu haben und in einer Nacht Müllsäcke sowie Blumenkästen umgeworfen und »Heil Hitler« gebrüllt zu haben. Außerdem soll der Angeklagte im November 2010 in Friedberg das Mobiltelefon eines Bekannten unterschlagen haben.

Auch diese Taten gestand der junge Mann vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft forderte für ihn als Gesamtstrafe ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung.

Verteidiger Alexander Velten plädierte für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Vorsitzender Richter Wolfgang Hendricks sprach von einem »Sammelsurium« an Straftaten und verurteilte den Mann wegen der angeklagten Taten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Als Auflage für die Bewährungszeit verlangte Hendricks außerdem von dem 22-Jährigen, 150 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten sowie an einem Antiaggressionstraining teilzunehmen.

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