08. November 2012, 22:13 Uhr

Betriebsrat: Wäscherei des Klinikums macht dicht

Gießen (pm). Nachdem am Uniklinikumsstandort Marburg die Wäscherei schon im Oktober 2008 geschlossen und die Wäscheversorgung an den Schwesterstandort in Gießen verlagert worden war, wird laut einer Mitteilung des Betriebsrats des Klinikums die hauseigene Einrichtung in Gießen geschlossen.
08. November 2012, 22:13 Uhr
(Foto: Red)

Ab Mitte Januar werde auch die Wäscheversorgung in Gießen an einen externen Betreiber übertragen und die Wäscheverteilung ab Mitte 2013 über Wäscheautomaten vorgenommen. Dies habe der Leiter für Zentrale Dienste, Dr. Gunter Weiß, in einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstag deutlich gemacht, schreibt der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur.

»Die Vorstellungen des Arbeitgebers sind äußerst unausgegoren«, so Hanschur, der Widerstand gegen die Pläne ankündigt. Er kritisiert, dass kein ernsthafter Versuch unternommen worden sei, die Wäscherei zukunftsorientiert aufzubauen, um mittelfristig Leistungen von anderen Häusern hereinzuholen: »Jetzt eine Analyse der Lage vorzunehmen und dann zu investieren würde bedeuten, die Wäscherei innerhalb weniger Jahre profitabel zu gestalten.« Erfahrungen aus anderen Kliniken müssten ebenfalls geprüft werden, fordert Hanschur. Damit würde den rund 40 Beschäftigten des Uniklinikums und den knapp 30 Beschäftigten der Reinigungsgesellschaft auch das Schicksal der Versetzung oder gar der Arbeitslosigkeit erspart bleiben.

Auch was die künftigen Abläufe betrifft, sieht Hanschur Klärungsbedarf. Wo die geplanten Wäscheautomaten aufgestellt werden sollen, welche Kosten damit verbunden seien und wie die Entgegennahme durch die Beschäftigten gestaltet werden soll, sei noch völlig unklar. »Wenn sich jeden Morgen zu Dienstbeginn lange Schlangen an den Automaten bilden, wäre der pünktliche Dienstbeginn zum Beispiel der Pflegekräfte nicht mehr gewährleistet«, befürchtet Hanschur.

Obwohl den Betriebsräten bei der eigentlichen Schließung der Wäscherei keine Mitbestimmungsrechte zustehen, werden sie laut Hanschur alle Möglichkeiten ausschöpfen. Hanschur: »Wir werden sämtliche juristischen Varianten nutzen, um unseren Kolleginnen und Kollegen zu helfen«. Wer ein Uniklinikum kaufe, der müsse zu seinen Pflichten stehen und dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen, kommentiert Hanschur den Verweis der Geschäftsführung des UKGM auf die fehlende Zusage von Investitionsmitteln seitens der Konzernzentrale von Rhön in Bad Neustadt.

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