26. April 2018, 22:06 Uhr

Besseres Raumklima in Liebigs Labor

26. April 2018, 22:06 Uhr
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Aus der Redaktion
Mario Bially (M.) übergibt seine Masterthesis traf an Eduard Alter (r.) und Wolfgang Schulz-Nigmann. (Foto: pm)

Gießen (pm). Mario Bially, Student der TH Mittelhessen, hat ein Konzept zur Beheizung und Klimatisierung des Liebig-Museums ausgearbeitet. Der Offenbacher schloss mit diesem Projekt sein Masterstudium am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der THM in Friedberg ab.

Zur Aufgabe des 25-jährigen Ingenieurwissenschaftlers gehörte auch, bei der Konzeptentwicklung die Bestimmungen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Betreuer seiner Masterarbeit war Prof. Wolfgang Schulz-Nigmann, der Energie- und Gebäudesystemtechnik an der Hochschule lehrt.

Das Museumsgebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Seit 1920 ist in dem ehemaligen Wachlokal einer Kaserne das historische Labor des Chemikers Justus von Liebig, der von 1824 bis 1852 in Gießen lehrte und forschte, für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im Kontakt zwischen Prof. Schulz-Nigmann und Eduard Alter, ehemals Professor für Chemie an der THM und Vorsitzender der Justus Liebig-Gesellschaft, die das Museum betreibt, konkretisierte sich das Vorhaben. Sie vereinbarten, in einer wissenschaftlichen Untersuchung zu klären, welche alternativen Heizvarianten zu den derzeit dort genutzten Nachtspeicheröfen in Frage kommen.

Bei der Denkmalschutzbehörde der Stadt erfuhr Bially die für eine Sanierung der Heizungsanlage geltenden Kriterien und orientierte sich bei der Entwicklung der Konzepte am Grundsatz, nur möglichst geringfügige Eingriffe in die Bausubstanz vorzusehen. Er installierte im Museum Messtechnik, um die Raumtemperaturen und die Oberflächentemperaturen der Innenwände zu ermitteln. So konnte er den »U-Wert« der Bauteile berechnen. Dabei handelt es sich um einen Koeffizienten zur Bestimmung von Wärmedurchlässigkeit und Wärmedämmeigenschaften. Die gewonnenen Daten zur Heizlast und zum Wärmebedarf flossen in seine konzeptionellen Vorschläge ein, die er unter energetischen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten analysierte. So gelangte er zum Ergebnis, dass nach Kriterien der Wirtschaftlichkeit eine künftige Wärmeversorgung des Museums mittels eines Gas-Brennwertkessels empfehlenswert ist. Die Alternative einer Beheizung mit Fernwärme sei kaum teurer und in ökologischer Hinsicht zu favorisieren.

»Für mich stellte die Verbindung der technischen Aspekte in der Konzeptentwicklung mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten in der Konzeptbewertung eine tolle Verknüpfung der beiden Schwerpunkte meines Wirtschaftsingenieurstudiums dar«, bilanziert Mario Bially im Rückblick auf sein Masterprojekt. Er arbeitet inzwischen als Projektingenieur bei einer Firma in Frankfurt.

Dem Vorstand der Liebig-Gesellschaft hat Bially seine Masterarbeit vorgestellt und ein schriftliches Exemplar übergeben. Er verfügt nun über eine fundierte Grundlage für die Entscheidung, wie das Liebig-Museum künftig beheizt werden soll.



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