25. Mai 2009, 19:26 Uhr

Bessere Arbeitsbedingungen für »Hiwis« gefordert

Gießen (si). Die 700 studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte an der Justus-Liebig-Universität fordern für sich bessere Arbeitsbedingungen.
25. Mai 2009, 19:26 Uhr

Gießen (si). Die 700 studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte an der Justus-Liebig-Universität fordern für sich bessere Arbeitsbedingungen. Es gebe zu wenig Informationen über die Arbeitsrechte, eine Personalvertretung fehle, die Vertragslaufzeiten seien zu kurz, auch die ungleiche Vergütung stelle ein Problem dar, heißt es in einem Papier, das die Vollversammlung der »Hilfskraft-Initiative« an der Hochschule jetzt verabschiedet hat. »Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit«, sagte Tobias Cepok, »Hiwi« am Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften.

Die Initiative hat an die Landesregierung appelliert, die Hilfskräfte in den Tarifvertrag für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst aufzunehmen. Dabei werde sie von den Gewerkschaften unterstützt, versicherten Tjark Sauer, Jugendbildungsreferent von ver.di, und Florian Hartmann, Landesstudierendensprecher der GEW. An der Justus-Liebig-Universität hat die Initiative auch die Bewerber für das Präsidentenamt aufgefordert, Stellung zu beziehen.

Im Einzelnen kritisieren die Hilfskräfte beispielsweise, dass sie bei der Einstellung meist keine Informationen über Urlaubsansprüche und das Recht auf Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall erhielten. Dieses Problem lasse sich mit einem standardisierten Info-Blatt, das bei Arbeitsantritt aushängt werde, relativ leicht lösen. Bei der Ersteinstellung werde der Lohn oft verspätet, zum Teil erst nach mehreren Monaten gezahlt - hier solle über Abschläge nachgedacht werden. Kurzfristig müssten auch die unterschiedlichen Vergütungsmodelle angeglichen werden. Derzeit bekämen studentische Hilfskräfte, die einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss wie den Bachelor haben und sich im Masterstudium befinden, mit zehn Euro einen höheren Satz als diejenigen, die noch in einem nicht gestuften Studiengang (Diplom, Magister oder Staatsexamen) eingeschrieben seien und die für die gleiche Tätigkeit nur 8,50 Euro erhielten. Es sei nicht nachvollziehbar, warum jemand im neunten Semester kurz vor seinem Diplom weniger verdienen solle als jemand im siebten Semester, der gerade seinen Bachelor gemacht habe. Darüber hinaus sei die Ausschreibungspraxis oft intransparent, meist erfolge die Stellenvergabe über informelle Wege durch persönliche Ansprache des Hochschullehrers. Alle Hilfskraftstellen sollten künftig offiziell ausgeschrieben werden, und zwar auch im Online-Stellenmarkt der Universität. Die bezahlten Arbeitsstunden würden häufig überschritten, Mehrarbeit müsse vergütet werden. Und schließlich fordert die Initiative eine weitere Anhebung des Lohns für studentische Hilfskräfte auf einheitlich 13,50 Euro pro Stunde.

Die Vergütung der Hilfskräfte war zum 1. Oktober 2008 an allen hessischen Universität um rund sechs Prozent angehoben worden. Es war die erste Erhöhung nach 15 Jahren.

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