01. Januar 2018, 23:09 Uhr

Besinnliches zum Jahreswechsel

01. Januar 2018, 23:09 Uhr
Armin Gissel, Marina Sagorski, Larisa Shomina, Alexandre und Sergey Schwarzburg Arutyunyan (v.l.). (Foto: jou)

Gießen (jou). Beim Meditationskonzert zum Jahreswechsel in der Petruskirche war alles größer als im Vorjahr: Besucherzahl wie kompositorische Vielfalt, aber auch das Musikeraufgebot. Kantorin Marina Sagorski, die Cembalo, Klavier und Orgel gleichermaßen virtuos beherrschte, wurde auf den Violinen verstärkt von ihrer musikalischen Weggefährtin Larisa Shomina, deren Mann Sergey Schwarzburg Arutyunyan und dem jüngsten Sohn Alexandre.

Wieder beeindruckte die gelungene Verbindung aus beschaulichen Kompositionen und nachdenklich stimmenden, von Pfarrer Armin Gissel vorgetragenen Texten. Unterstützt durch akkordische Cembalobegleitung, unterstrich Shomina im Adagio aus der Sonate BWV 1016 von Johann Sebastian Bach die melodische Anmut und versetzte die Hörer in kontemplative Haltung.

Pfarrer Gissel las unter anderem Charlie Chaplins Text »Als ich mich selbst zu lieben begann« über den Reifungsprozess, Authentizität, Selbstvertrauen und innere Mitte zu finden. Zur achtsamen Lebensweise regten auch »Die zehn Gebote der Gelassenheit« von Papst Johannes XXIII. an.

Die Musikdarbietungen gerieten durchweg finessenreich – das Allegro aus der Sonate für zwei Violinen G-Dur von Antonio Vivaldi ebenso wie Bachs Orgelpastorale BWV 590. Letztere vermochte besonders im feierlich-ernsten dritten Satz zu berühren. Der erst 15-jährige Alexandre ließ, sicher geführt von Sagorski am Klavier, mit seinem nuancierten Spiel bei Wolfgang Amadeus Mozarts ursprünglich für Violine und Orchester komponiertem Adagio das Herz höher schlagen. Ein romantisches Gegengewicht bildete das Intermezzo von Robert Schumann aus der »FAE-Sonate«, bei dem Shomina und Sagorski wieder durch makellose Gestaltung bezauberten. Das Programm reichte bis hin zu den Choralbearbeitungen für Orgel »Es ist ein Ros’ entsprungen« von Johannes Brahms und »Das alte Jahr vergangen ist« von Bach. Nach Gebet und Segen sorgte Vivaldis Concerto grosso F-Dur für drei Violinen und Orgel für einen Optimismus verbreitenden Ausklang und riss zu kräftigem Beifall hin.

Musik auch in St. Morus

Auch andernorts gab es Meditatives und Überraschendes zum Jahresschluss. An Silvester spielte Organist Jakob Ch. Handrack mit der 36. Orgelvesper in der Moruskirche unbekannte und bekannte Melodien quer durch die Musikgeschichte – mit Werken unter anderem von Bach, Dvorak, Mussorgski und Widor. Der Eintritt war wie immer frei. Spenden wurden nicht erbeten, aber mit ausdrücklichem Dank akzeptiert.

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