16. Juli 2018, 21:53 Uhr

Besetzer räumen Blecher-Gebäude aus

16. Juli 2018, 21:53 Uhr
Auch die Steine, mit denen ein Eingang des Blecher-Gebäudes zugemauert worden war, nehmen die Besetzer wieder mit. (Foto: mö)

Vor dem Haus stand eine Couchgarnitur, auf der sich junge Leute fläzten, ringsherum standen und lagen weitere Einrichtungsgegenstände. Auf den ersten Blick sah es am Montagnachmittag so aus, als sei das Blecher-Anwesen an der Ostanlage ein zweites Mal besetzt worden. Es war aber nur das Ausräumen, das die Hausbesetzer mit Einverständnis des Eigentümers durchführten, der einen Vertreter geschickt hatte. »Es macht ja keinen Sinn, die Sachen einfach zurückzulassen«, sagte einer der Aktivisten, der auch am Freitag bei der rund sechsstündigen Besetzung dabei gewesen war. Auf Matratzen lagen die Pflastersteine, mit denen ein Eingang zum Obergeschoss des seit neun Jahren leerstehenden Gebäudes zugemauert worden waren. Von wem, wisse man nicht, gab sich der Aktivist unwissend.

Für die Gruppe kündigte er weitere Aktionen zum Thema Wohnungsnot an, auch mit Blick auf die Landtagswahl Ende Oktober. Die Besetzer, gegen die wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ermittelt wird, hätten mittlerweile auch Reaktionen aus der Kommunalpolitik erhalten, sagte der Aktivist, ohne Details zu nennen. Thematisieren will die Gruppe offenbar auch den Polizeieinsatz, den der Besetzer als »unverhältnismäßig« kritisierte.

Elitepolizisten im Einsatz

Auch Beobachter der Geschehnisse am Freitagabend hatten sich gewundert, dass der Einsatzleiter eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Bereitschaftspolizei aus Lich angefordert hatte. Diese Spezialeinheiten kommen ansonsten bei Großveranstaltungen wie Demonstrationen oder Fußballspielen zum Einsatz, bei denen Gewalttätigkeiten drohen. Am Freitagabend hatten sich die durchtrainierten Elitepolizisten mit Rammbock und Trennschleifer Zutritt zu den besetzten Räumen verschafft. Die sechs Besetzer ließen sich widerstandslos festnehmen und wurden nach der Feststellung der Personalien auf freien Fuß gesetzt.

Gegen eine Demonstrantin, die offensichtlich angetrunken war, wird wegen Widerstands gegen Vollzugbeamte ermittelt.

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