28. September 2019, 10:00 Uhr

Krimifestivalstart

Bei Florian Lukas öffnet die Hölle ihre Pforten

Es ist wieder Krimifestivalzeit! Zum Auftakt las »Weissensee«-Star Florian Lukas aus Linus Geschkes »Tannenstein« und stellte sich dem »Verhör« von Ilona Roth und Peter Wolf von der Sparkasse.
28. September 2019, 10:00 Uhr
Ilona Roth und Peter Wolf (r.) wollen es wissen: Gab es für Florian Lukas (M.) jemals eine Alternative zum Schauspielerberuf? »Nein«, lautet seine eindeutige Antwort er. »Ich hatte nie eine anderen Idee.« (Foto: Schepp)

Wenn traditionell die »Tatort«-Titelmelodie zum Auftakt des Krimifestivals erklingt, dann haben Organisator Uwe Lischper und die Sparkasse in der Regel bekannte Darsteller von »Tatort«-Ermittlern zur Lesung eingeladen. Doch diesmal ist das anders. In der Tanzschule Astaire’s betritt Florian Lukas die kleine Bühne vor den 350 Krimifans, um aus Linus Geschkes Thriller »Tannenstein« zu lesen. Er ist nicht unbedingt als Darsteller eines Kommissars oder Kriminellen in Erinnerung, sondern als einer der vielseitigsten Schauspieler, den man in Film und Fernsehen erleben kann: in der TV-Serie »Weissensee«, als angeblicher Radiotechniker in »Good bye Lenin« oder erst jüngst im ZDF-Herzkino. Und in allen Rollen sei er wunderbar authentisch, lobt ihn Ilona Roth vom Sparkassenvorstand, die mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Peter Wolf den Krimifestival-Auftaktabend moderiert.

1991 Auftritt im »Ziegelschiff«

Auch im traditionellen »Verhör« durch die beiden Moderatoren kommt Florian Lukas authentisch rüber. Dass er 1991 schon einmal in Gießen war, und als damals 18-jähriger Jungschauspieler im »Ziegelschiff« aufgetreten und anschließend dort auch übernachtet habe, erzählt er zum Erstaunen im Saal. Und fügt, als er hört, dass diese Studiobühne mittlerweile abgerissen ist, eine nette humorige Anspielung auf das diesjährige Krimifestival-Motto an: »Das wollte ich nicht!«.

Keine »schmalzigen Liebessachen«

Die Vielfalt der Rollen reize ihn, schließlich wolle er sich »wahnsinnig ungern langweilen«, verrät der 44-Jährige. Und das Vorbereiten auf eine Rolle, sei für ihn ein »supergroßer Teil des Berufs«. Nur »schmalzige Liebessachen«, die liegen ihm so garnicht. »Das wäre eine Quälerei für mich - und für sie«, meint er neckisch. Auch mit den DDR-Rollen, mit denen man ihn immer wieder verbinde, hat der sympathische Turnschuhträger offenbar ein Problem. »Ich versuche das zu vermeiden. Doch durch meine Herkunft wird da viel vermischt«, beschwert sich der gebürtige Ostberliner. Die DDR habe er doch nur als Jugendlicher kennengelernt, das mache ihn noch lange nicht zum »DDR-Experten«.

Dann kann Florian Lukas endlich das tun, warum er nach Gießen gekommen ist: vorlesen. Und weil er nicht nur ein hochtalentierter Schauspieler ist, sondern auch seit Kindertagen professioneller Hörbuchsprecher, wird das Folgende zum uneingeschränkten Genuss - auch wenn der Thriller »Tannenstein« mit seinen detaillierten Gewaltschilderungen in Splatterfilmmanier wahrlich harte Kost ist. Doch obwohl im Buch »die Hölle ihre Pforten öffnet«, hängt das Publikum auch unabhängig von der spannenden Handlung gebannt an des Vorlesers Lippen.

Knallharter Thriller

In »Tannenstein« metzelt »der Wanderer« elf Menschen in einer Dorfkneipe an der deutsch-tschechischen Grenze nieder. Der kriminelle Ex-Bulle Alexander Born, dessen Geliebte Lydia der Unbekannte ebenfalls getötet hat, nimmt seine Spur auf. Der »Desperado mit Dienstmarke« wird zum erbarmungslosen Rächer.

Weil Florian Lukas die ersten Kapitel des im Januar erschienenen Thrillers liest, steigt die Spannung, wie die Geschichte ausgeht, ins Unermessliche. Der »Run« auf den Büchertisch, an dem der Schauspieler nach der Lesung bereitwillig Autogramme gibt, ist entsprechend groß. So sollte ein Krimifestivalauftakt sein!

Schlagworte in diesem Artikel

  • Gießen
  • Hölle
  • Ilona Roth
  • Krimis und Thriller
  • Peter Wolf
  • Sparkassen
  • Uwe Lischper
  • Verhöre
  • Wladimir I. Lenin
  • Gießen
  • Karola Schepp
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.