11. Dezember 2017, 20:05 Uhr

Begeisternder Elan

11. Dezember 2017, 20:05 Uhr
Marcus Licher, Christian Richter, Eva Stüer und Anna-Lena Schuppe (v. l.). (Foto: jou)

Gießen (jou). Ein niveauvolles Weihnachtskonzert konnten zahlreiche Besucher am Sonntag in der Johanneskirche erleben. Dabei rückte der vorzügliche Jugendchor der Gemeinde in den Fokus. Eröffnet wurde das Programm indes rein instrumental mit dem Allegro aus dem Cembalokonzert d-Moll BWV 1052 von Johann Sebastian Bach. Unter Leitung des Kantors Christoph Koerber gelang Solist Jusua Velten gemeinsam mit dem Kammerorchester eine schwungvolle Interpretation. Der junge Cembalist spielte recht virtuos und stilsicher, nur seine Genauigkeit im Timing mit dem Ensemble schien noch steigerbar.

Im Eingangschor von Francesco Durantes »Magnificat« hinterließ der klanglich fein ausbalanciert singende Jugendchor ein eindrucksvolles Bild. Sopranistin Anna-Lena Schuppe und Altistin Eva Stüer setzten im Duett »Et misericordia« durch harmonisch aufeinander abgestimmten Vortrag ein solistisches Glanzlicht. Ebenso sensibel interagierten Tenor Christian Richter und Bassist Marcus Licher im Duett »Suscepit Israel«. Angespornt von Kantor Koerber, spannte der Jugendchor in den Chorpassagen weite Bögen. Dezent von der kleinen Orgel begleitet, sorgten Schuppe und Stüer in Heinrich Schütz’ Komposition »Verbum caro factum est« für kammermusikalische Akzente, brachten den Hörern den Zauber längst vergangener Tage nahe. Friedvolle Stimmung verbreitete ihr intimer Gesang in Georg Friedrich Händels Duett »He shall feed his flock«. In besonderem Maße weihevolle Atmosphäre erzeugte das Solistenquartett in Johann Schelles »Virga Jesse floruit«; dazu bei trug auch der leuchtende Orchesterklang.

Nahtlos ins besinnliche, festliche Vorfreude weckende Konzert fügten sich drei Weihnachtslieder – darunter das beliebte »The first Noel« –, so liebevoll sang sie der Jugendchor und wurde dabei von den Instrumentalisten perfekt unterstützt. Einen gewichtigen Schlusspunkt bildete Antonio Vivaldis zwölfteiliges »Gloria«, es bewegte sich abwechslungsreich zwischen ruhigen, vom Ausdruck nach innen gekehrten Momenten und dramatischen Spitzen. Am meisten bezirzte der anmutige Zwiegesang von Sopran und Oboe in »Domine Deus«. Von erhebender Wirkung war die Schlussfuge »Cum Sancto Spiritu«; kräftiger Beifall und Bravorufe rissen den Chor hin, sie zu wiederholen.

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