14. April 2017, 16:44 Uhr

Bald rollen die Dirt-Bikes

14. April 2017, 16:44 Uhr
Von störenden Steinen befreit werden muss diese künftige Sprunggrube der Dirt-Bike-Strecke in der Weststadt. (Foto: ta)

Seit Anfang der Osterferien tut sich wieder etwas im Grüngürtel »Altes Gebiet«. Die Sorge von Nachbarn angesichts der Baumaschine, dass hier ein Gebäude entstehen soll, ist jedoch unbegründet. Tatsächlich sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dabei, einen Teil dieses »Naturerfahrungsraums« in eine Mountainbike-Strecke umzuwandeln. Sie schaffen sich damit in Eigenleistung eine Sportstätte für das Dirt-Biken.

Schon vor acht Jahren machten sich engagierte Jugendliche erstmals daran, auf dem einstigen Standort eines Betonteilewerks am Alten Krofdorfer Weg das Gelände für einen MTB-Parcours zu modellieren. Doch weil der Elan bald erlahmte, wurde nur ein Teil fertig; der Rest des Areals war bald wieder von Grün umwuchert.

Auf Initiative eines früheren Mitglieds der Mountainbike-AG der Gemeinwesenarbeit Gießen-West begann im Vorjahr eine Gruppe Jugendlicher damit, den Parcours zu reaktivieren und neu zu gestalten. Für das Anmieten eines Kleinbaggers trieben sie privat Geld auf. Inzwischen sind die Erdarbeiten so weit fortgeschritten, dass die sportlichen Herausforderungen für Besitzer von Dirt-Bikes (Spezialräder ohne Federung und mit breitem Lenker) und Mountainbikes erkennbar sind. Attraktion soll dabei eine Sprunggrube werden.

Mit dem spontan beschlossenen Ausbaggern der großen Grube ist Projektleiter Andreas Schmidt von der Gemeinwesenarbeit des Diakonischen Werks allerdings nicht ganz glücklich. »Da haben sie etwas übertrieben, denn bei starkem Regen könnte das Loch voll Wasser laufen.«

Seit Beginn der Ferien werden die Älteren, die nach Feierabend anrücken, unterstützt von Kindern, die tagsüber das Gelände säubern und den flacheren Teil gestalten. Der Jugendclub bedankt sich dafür bei ihnen mit der kostenlosen Verköstigung.

Unterstützt wird die Herrichtung des Geländes vom städtischen Gartenamt, das einige Lastwagen Mutterboden aus einer Deponie in Wieseck anliefert. Dankbar ist Projektleiter Schmidt aber auch der Firma Wacker Neuson, die die benötigten Baugeräte (Radlader, Bagger, Walze) zu sehr günstigen Mietpreisen bereitstellt. Diese Kosten trägt die Stadt Gießen als Projektförderung.

Für das gute Miteinander bei dieser Gemeinschaftsleistung in der Weststadt spricht auch ein Vorfall vom Montag. Da hatte am Morgen der vorgesehene Baggerfahrer von der IJB krankheitsbedingt absagen müssen; die 20 anwesenden Kinder wären also ohne Beschäftigung gewesen. Doch als er davon erfuhr, opferte Marco Biedenkopf, der im städtischen Gartenamt arbeitet, spontan einen Urlaubstag und half beim Aufschütten von Hügeln.

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