05. August 2010, 19:56 Uhr

Bahnhofstreppe: Rausch weist Vorwürfe zurück

Gießen (mö). Dem Bürgerwillen hätten sie Rechnung getragen, den Einwendungen der Landesdenkmalpflege und des städtischen Denkmalbeirats seien sie gefolgt und hätten den Auftrag einer Mehrheit der Stadtverordneten erfüllt. So lautet - fünf Wochen nach der Beschlussfassung des Stadtparlaments zur Bahnhofstreppe - das Fazit von Planungsdezernent Thomas Rausch und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich.
05. August 2010, 19:56 Uhr
Die alte Treppe wird wiederauferstehen, scheint Stadtrat Rausch zeigen zu wollen. Rechts Bürgermeisterin Weigel-Greilich. (Foto: mö)

Angesichts der anhaltenden Debatte über den Umgang mit der historischen Treppe und den - unter anderem in etlichen Leserbriefen erhobenen - Vorwürfen insbesondere an den CDU-Stadtrat, er habe wieder einmal seinen Kopf durchgesetzt, hatten die beiden hauptamtlichen Magistratsmitglieder zum Ortstermin an den Bahnhof geladen. Dabei betonte Rausch: »Wir haben keine Varianten unterdrückt.«

Noch einmal vollzogen die beiden Fachdezernenten den Entscheidungsprozess nach; angefangen von der in den Osterferien durchgeführten Bürgerbefragung bis zum Beschluss der Stadtverordneten, die sich am 1. Juli letztlich für eine Mischvariante mit Rekonstruktion der historischen Treppe und einem modernen Kopfbau entschieden hatten. Was die vom Dezernat des Baudezernenten durchgeführte Befragung betrifft, räumte Weigel-Greilich Fehler ein. Die Zielsetzung der Befragung hätte man »besser kommunizieren können«, plädierte die Grünen-Politikerin dafür, sich bei diesem Instrument der Bürgerbeteiligung künftig der Meinungsforschung zu bedienen, die an der hiesigen Universität betrieben werde. Ungeachtet dessen sei die Behauptung falsch, der Magistrat sei dem Bürgerwillen nicht gefolgt. 77 Prozent der an der Befragung Beteiligten hätten für einen der beiden Entwürfe mit alter Treppe gestimmt, erläuterten Weigel-Greilich und Rausch. Mit einer Variante, die das historische Bauwerk beinhaltet, hätte die politische Mehrheit diesem Willen mit dem Beschluss vom 1. Juli letztlich Rechnung getragen.

Und auch die Auflagen der Landesdenkmalpflege seien erfüllt worden, machte Rausch deutlich. Für das Landesamt hätten nämlich die Treppe und die Grünanlage - und nicht der Kopfbau - im Vordergrund gestanden. Diesbezüglich sei im Mai nachgebessert worden. Dann sei dieser Entwurf mit dem städtischen Denkmalbeirat abgestimmt worden, der, wie Rausch betonte, zu Recht die Ausrichtung und Höhenlage der Treppe in der Computerdarstellung der vom Magistrat beschlossenen Variante 3 a moniert hatte. Eine letzte Änderung, die dann aber nur noch die Farbgebung des modernen Kopfbaus und der Fußgängerrampe betroffen habe, sei schließlich auf Wunsch des parlamentarischen Bauausschusses vorgenommen worden. »Mit Gutsherrenart ist das nichts«, bilanzierte Weigel-Greilich.

Beim Ortstermin sah sich das Duo übrigens in seiner Meinung bestätigt, dass die Aufzuganlage vorne an den Platz gehört, denn würde man sie hinten verstecken, werde dieser Bereich weiter zum Tummelplatz der Trinkerszene, die just zum Zeitpunkt des Pressetermins genau diese Ecke und den daneben befindlichen Aufgang der Treppe in Beschlag genommen hatte.

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