06. September 2011, 20:15 Uhr

Bänninger: »Bauhaus« statt Lebensmittelmarkt

Statt eines Lebensmittelmarktes soll nun auf dem Bänninger-Gelände im Schiffenberger Tal ein Baumarkt inklusive Garten- und Baustoffcenter entstehen. Das sieht die geänderte Nutzungskonzeption der Stadt vor. Betreiber soll die Firma »Bauhaus« werden.
06. September 2011, 20:15 Uhr
Baumarkt statt Lebensmittel: Die neue Nutzungskonzeption für das Bänninger-Gelände zeigt, dass im Südosten des Areals jetzt eine »Bauhaus«-Ansiedlung geplant ist. (Skizze: pv)

Gießen (pd). Als das Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung Ende März in Auszügen vorlag, prognostizierte die Gießener Allgemeine bereits den »Todesstoß« für das Konzept zur Besiedlung der Bänninger-Industriebrache im Schiffenberger Tal. Ein Überangebot stellte die Kölner Gesellschaft etwa in den Sortimenten Nahrungs- und Genussmittel, Drogeriewaren und Sportartikel fest. Am Dienstag präsentierte Dr. Holger Hölscher vom Stadtplanungsamt das 134 Seiten starke Gesamtgutachten. Auf die GMA-Empfehlungen hat man jetzt auch im Magistrat reagiert. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich legten eine geänderte Nutzungskonzeption für das Bänninger-Gelände vor: Statt der geplanten Ansiedlung eines 4000 Quadratmeter großen Edeka-Lebensmittelmarktes ist auf dieser Fläche nun ein Baumarkt vorgesehen.

»Das Gutachten hat uns deutlich gemacht, dass ein Lebensmittelmarkt dort nicht die richtige Entscheidung wäre«, sagte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. In dem Magistratsantrag wird auf die »kritisch zu wertenden Aussagen der Auswertungsanalyse« zur Beeinträchtigung des schützenswerten zentralen Versorgungsbereiches »Frankfurter Straße« sowie auf das »verhältnismäßig hohe Prozessrisiko mit der Gefahr einer erheblichen Zeitverzögerung« verwiesen. Das neue Konzept sei auch abgestimmt mit dem Eigentümer und Projektentwickler. Als Interessenten nannte die Bürgermeisterin die Firma »Bauhaus«, die dort einen Baumarkt inklusive Gartenmarkt und Baustoffcenter einrichten wolle. Für die Sortimente Bau-, Heimwerker- und Gartenbedarf sieht das Gutachten noch »Luft nach oben«, hatte Hölscher zuvor erläutert. Beibehalten werden auch die Planungen für einen Sportfachmarkt für Großgeräte, einen Bürofachmarkt sowie eine Filiale der Schnellrestaurantkette »Kentucky Fried Chicken«.

Geändert wurde auch der Antrag zur Nutzungskonzeption am »Grüninger Pfad«. Ebenso wie auf dem Bänninger-Areal soll auf der Fläche westlich der Pistorstraße ein Baustoffhandel (Obi-Drive-in-Markt, 4000 qm) angesiedelt werden. Auch der momentan noch im Sommerlad-Haupthaus beheimatete »Somit«-Markt soll an den Grüninger Pfad umziehen. Da eine auf der größeren gewerblichen Fläche projektierte Hotelansiedlung noch nicht gesichert sei, »wird mit der Gewerbegebietsausweisung eine flexible Entwicklung offen gehalten«, heißt es im Antrag. Eine Beschlussfassung werde für die Dezembersitzung des Parlaments angestrebt, so die Bürgermeisterin

OB Grabe-Bolz freut sich über das nun vorliegende GMA-Gutachten, das der Stadt eine dringend benötigte »Steuerungsfunktion« an die Hand gebe. Auch für Weigel-Greilich ist die Studie zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept eine »gute Grundlage, um zu entscheiden, wo die Stadt sich hinbewegen will«.

Hölscher hatte zu Beginn der Magistratspressekonferenz die Schwerpunkte des Gutachtens erläutert. Zur Erstellung der Studie seien Statistiken herangezogen, Bürger und Händler befragt worden. Ziel sei die Entwicklung eines Konzepts, »das zur rechtssicheren Abwehr von nicht gewünschtem Einzelhandel führt«. Im Vergleich zum letzten GMA-Gutachten 1999 sei die Verkaufsfläche in Gießen um 9 Prozent auf 259 000 Quadratmeter gewachsen. Der Umsatz pro Fläche sei jedoch um 8 Prozent zurückgegangen. Gestiegen ist die Kaufkraft, und zwar um 2 Prozent auf 366,5 Millionen Euro. Seine Spitzenposition in Sachen Zentralität hat Gießen gefestigt. Dieser Wert stieg um 13 Prozent auf 227 Punkte.

Der GMA-Entwurf liegt vom 12. September bis zum 12. Oktober im Planungsamt aus, ist ab Montag auch im Internet einsehbar (www.giessen.de) und kann online kommentiert werden.

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