17. Mai 2019, 21:42 Uhr

Babylonische Sprachverwirrung

17. Mai 2019, 21:42 Uhr
Kinderchöre, Band und das Leitungsteam proben in der Petruskirche. (Foto: Schepp)

Das ist gelebte Ökumene und ein Appell für eine friedliche Gesellschaft: An diesem Wochenende führen die Kinderchöre der evangelischen Petruskirche (Leitung: Monika Hotte) und der katholischen Bonifatiusgemeinde (Leitung: Michael Gilles) gemeinsam das Kindermusical »Babel blamabel« in beiden Kirchen auf. Insgesamt singen und spielen rund 30 Kinder aus St. Bonifatius, Petruskirche, der Grundschule Gießen West und der Ludwig-Uhland-Schule mit. Sie werden begleitet durch eine Band, bestehend aus jungen Gemeindemitgliedern. Manuela Fey führt Regie.

Das Musical mit schmissigen Melodien von Andreas Hantke handelt vom Turmbau zu Babel, der im ersten Buch Mose der Bibel geschildert wird. Doch die Bibel erzählt, wie Gott dieses Vorhaben hintertreibt, indem er die Sprache der Menschen verwirrt. Wer sich nicht verständigen kann, kann auch nichts zusammen aufbauen. Und am Ende erkennen die Menschen, dass man trotz verschiedener Sprachen, Weltsichten und Einsichten nur gemeinsam glücklich werden kann.

Turm aus Kartons stürzt ein

Kurz vor Ostern haben die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter mit den Proben begonnen. Monika Hotte hat sich außerdem um den Bau des Bühnenbildes verdient gemacht, das neben zwei großen Hintergrundbildern auch den aus Umzugskartons gebauten Turm zu Babel beinhaltet. In großen Lettern stehen darauf negative Angewohnheiten, die den Menschen Probleme bereiten: Angst, Vorurteile, Rechthaberei, Machthunger. Als der Turm einstürzt, nachdem Gott - dessen Part spricht Pfarrer Michael Leschhorn - die Kinder nur noch auf Polnisch, Latein oder Englisch reden lässt, bleiben lediglich die Bausteine mit positiven Eigenschaften stehen: Liebe und Freundschaft. Als Jesus auftritt und der Sprachverwirrung ein Ende bereitet, verstehen sich die Menschen wieder und erkennen ihr größenwahnsinniges Ansinnen.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatten Kinder in den katholischen Kirchen St. Bonifatius und St. Morus das Musical »Noah und die coole Arche« gemeinsam aufgeführt. Nun wirken die katholische Bonifatius- und die evangelische Petruskirche gemeinsam - eben ein Stück gelebte Ökumene.

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