25. Juni 2008, 18:52 Uhr

Autohof Gießen soll im Frühjahr 2009 fertig sein

Gießen (mö). Im Rennen um die Fertigstellung des ersten Autohofs im Raum Gießen hat seit gestern wieder die Stadt Gießen die Nase etwas vorne. Beim traditionellen ersten Spatenstich auf der Baustelle nahe der Autobahn-Anschlussstelle Lützellinden bekräftigte der künftige Betreiber, die KMS Autohof Betriebsgesellschaft aus Nordhorn, dass ihr Objekt im ersten Quartal des kommenden Jahres betriebsbereit sein wird.
25. Juni 2008, 18:52 Uhr
Die Autohof-Spatenstecher von links: OB Heinz-Peter Haumann, Baudezernent Thomas Rausch, KMS-Chef Fritz Schöbel, Gerhard Laumann vom Investor LVM Münster sowie Shell-Repräsentant Herbert Quabach. (Foto: mö)

Gießen (mö). Im Rennen um die Fertigstellung des ersten Autohofs im Raum Gießen hat seit gestern wieder die Stadt Gießen die Nase etwas vorne. Beim traditionellen ersten Spatenstich auf der Baustelle nahe der Autobahn-Anschlussstelle Lützellinden bekräftigte der künftige Betreiber, die KMS Autohof Betriebsgesellschaft aus Nordhorn, dass ihr Objekt im ersten Quartal des kommenden Jahres betriebsbereit sein wird. »In Gießen-Lützellinden entsteht der wohl modernste Autohof in der Bundesrepublik«, sagte KMS-Vertreter Fritz Schöbel. Bekanntlich will die Gemeinde Hüttenberg in Steinwurfweite ebenfalls einen Autohof an der A 45 ansiedeln. Die vom Lahn-Dill-Kreis erteilte Baugenehmigung wird von der Stadt Gießen rechtlich geprüft. Beide Autohöfe sollen weitere Firmen in die sie umgebenden Gewerbegebiete locken.

Wie Schöbel mitteilte, sollen die Bagger Ende Juli auf der Anhöhe zwischen Lützellinden und Hüttenberg-Rechtenbach anrücken, wenn die Felder, die dann zum Baugelände werden, abgeerntet sind. Der Autohof, der über einen Kreisel an die Landesstraße und Autobahn angebunden wird, wird bestehen aus einer Großtankstelle mit Lkw- und Pkw-Bereich, einem Shop, an das sich ein Restaurant mit 160 Plätzen anschließt, sowie einer großzügigen Sanitäranlage für die Brummifahrer. Schöbel sprach ferner von einem »umfangreichen Parkplatzangebot«, das videoüberwacht sein wird. In diesem Zusammenhang verwies Schöbel auf das Projekt »gesicherte Lkw-Parkplätze«, das die Betreiber von Raststätten zusammen mit der EU erarbeiteten. In Europa würden jährlich nämlich Waren in einem Wert von rund sieben Milliarden Euro gestohlen auf den Wegen, die der Schwerverkehr nimmt.

Generell sieht Schöbel in der Gießener Investition einen »kleinen Beitrag«, die Parkplatznot für Lkw an den deutschen Autobahnen zu mildern. 20 000 Stellplätze fehlten der Brummiflotte derzeit im Transitland Deutschland. In Gießen-Lützellinden - so wird der Autohof auch offiziell und in den Veröffentlichungen für die insgesamt 16 000 Mitglieder des Clubs der »Maxi-Autohöfe« heißen - soll ein modernes Parkplatzreservierungssystem aufgebaut werden.

Die Kraftstoffe für die Kundschaft, darunter auch Erdgas, kommt vom Mineralölkonzern Shell, den die Stadt Gießen mit KMS zusammengebracht hatte. Zur Aussicht, dass womöglich zwei Autohöfe direkt nebeneinander entstehen werden, sagte Shell-Repräsentant Herbert Quabach am Rande des Spatenstichs, dies schaffe gewiss eine Konkurrenzsituation, die aber nicht ungewöhnlich sei. Diese Situation kenne man von vielen Autobahnen.

Die Autohof-Betreiber legen Wert auf die Zusammenarbeit mit den wichtigen Mineralölkonzernen, weil die die sogenannten »Flottenkarten« unter die Brummifahrer bringen. Insbesondere die Tankkarten von Shell fänden eine große Akzeptanz unter den Fahrern, freute sich Schöbel, der sich freilich wegen der hohen Spritpreise in Deutschland sorgt: »Mit einem vollen Tank kann ein Lkw quer durch ganz Deutschland fahren. Der Tanktourismus hat enorm zugenommen.«

Energetisch versorgt werden soll der Autohof übrigens geothermisch. Zu diesem Zweck werden 28 Sonden in 100 Meter Tiefe eingebracht. Derzeit laufen bereits Probebohrungen auf der Baustelle.

Für die Stadt Gießen drückte Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann seine Hoffnung aus, dass die Ansiedlung des Autohofs weitere Betriebe ins rund 30 Hektar große Gewerbegebiet »Rechtenbacher Hohl« locken wird. Die Stadt, so Haumann, habe »diese 1 A-Lage an der Autobahn von Anfang an erkannt«.

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