03. Februar 2011, 15:05 Uhr

Aus »Hundewiese« soll ein Auenidyll werden

Gießen (mö). Er ist zwar nicht lang, aber zählt zu den schönsten Spazierwegen Gießens. Die Rede ist von dem Pfad durch die Wiesenlandschaft am Fuß des Schiffenbergs neben dem Philosophikum II.
03. Februar 2011, 15:05 Uhr
Die winterliche Wieseckaue mit dem Schwanenteich rechts im Bild. Hinten ist die sogenannte »Hundewiese« unterhalb der Hochhäuser zu sehen, durch die sich die Oberlache diagonal zum Waldbrunnenweg schlängeln soll. Links neben dem Schwanenteich ist der bewaldete Hochwasserschutzdamm zu sehen, daneben das Freibadgelände.

Die teilweise Verlegung der Oberlache ist aber nur ein Bestandteil eines größeren Projekts, das am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rathauses zunächst interessierten Bürgern und später dem parlamentarischen Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt wurde. Das Vorhaben, das sich unter der Überschrift »Naturnahe Gestaltung der Wieseck von der Ringallee bis zum Waldbrunnenweg« derzeit im Stadium der »Vorstudie« bewegt, geht ursprünglich auf ein Konzept der Gießener Agenda-Gruppen zur Aufwertung der Wieseck aus dem Jahr 2005 zurück. Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) betonte mehrfach, dass dieses Projekt nicht Bestandteil der Planungen für die Landesgartenschau 2014 sei.

Im Ergebnis soll das Projekt auch und vor allem zu einer Lösung des Problems der Sauerstoffarmut im Schwanenteich führen. Bekanntlich soll der denkmalgeschützte Schwanenteich im Vorfeld der Landesgartenschau saniert werden. Momentan laufen hier erste Arbeiten zur Kampfmittelräumung des langgestreckten »Stillgewässers«. Auf einer Luftaufnahme aus dem März 1945, die gezeigt wurde, waren etlichen Bombenkrater in dem Bereich zu sehen.

Wie Weigel-Greilichs Mitarbeiter Thomas Röhmel und Lothar Goldhorn erläuterten, wäre zur Verbesserung der Wasserqualität des Schwanenteichs im Idealfall eine Frischwasserzuführung aus den beiden Fließgewässern und mehreren artesischen Brunnen denkbar. Im Wunschergebnis könnte der Teich die ökologische Funktion eines
Altarms der Wieseck übernehmen.

Weitere Überlegungen der städtischen Planer betreffen den Bereich zwischen Schwanenteich und dem Gelände des Freibads Ringallee. Hier stellt man sich vor, parallel zum kanalartigen Verlauf der Wieseck ein »leicht mäanderndes Nebengerinne« sozusagen als Seitenarm anzulegen.

In diesem Zusammenhang gibt es laut Weigel-Greilich die Zusage der Stadtwerke, fünf Meter vom Freibadgelände abzugeben. Wenigen Gießenern dürfte bekannt sein, dass es sich bei dem Wall, der das Badgelände von der Wieseck trennt, um einen Hochwasserschutzdamm handelt. Mit dem wiederum gibt es nach Aussagen der Experten Stabilitätsprobleme durch die Bäume, die darauf wachsen.

Die ohnehin nicht standortgerechten Nadelhölzer sollen deshalb im Zuge der Umsetzung des Projekts gefällt werden. Dies wiederum führte in der Ausschusssitzung zu Kritik der SPD-Stadtverordneten Renate Schlotmann. Sie hat den »Eindruck, dass in Gießen noch nie so viele Bäume gefällt worden sind wie unter dieser Regierung«. Worauf die Bürgermeisterin konterte: »Dann sagen sie den Agenda-Gruppen, dass ihr Konzept nicht umgesetzt wird.«

Unterm Strich sollen die beschriebenen Maßnahmen zur Schaffung eines »Ersatzlebensraums« für die heimischen Arten Bitterling (Fisch), für Edelkrebse und Teichmuscheln werden, die sich in dem neuen Gewässernetz der Wieseck »etablieren« könnten, wie es hieß. Denn auf dem Vormarsch sind momentan eher »amerikanische Einwanderer«, die die heimischen Arten verdrängen, wie Goldhorn bemerkte, der selbst schon einen der robusten US-Krebse durch das Lahnfenster an der Klinkel'schen Mühle gesehen hat. Goldhorn: »Die sind schon da.«

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