18. Juli 2018, 11:00 Uhr

Shopping

Aufschwung auf dem Seltersweg

Laut einer Zählung kommen wieder mehr Passanten auf den Seltersweg. Die Geschäftsleute haben trotzdem Sorgen. Grund ist das geplante Outlet-Center.
18. Juli 2018, 11:00 Uhr
Wieder mehr Passanten auf dem Seltersweg.

Es ist jetzt 50 Jahre her, dass die Autos aus dem Seltersweg verbannt worden sind. Seither hat sich die Straße zur beliebtesten Fußgängerzone Mittelhessens gemausert. Und nach einem kleinen Tief hat sich die Zahl der Passanten in diesem Jahr auch wieder nach oben entwickelt. Zu diesem Schluss kommt zumindest das Immobilien-Institut Jones Lang LaSalle. Demnach wurden an einem Samstag im April binnen einer Stunde 4470 Passanten auf dem Seltersweg gezählt. Das ist der höchste Wert seit vier Jahren (2017: 4040). Bei den Städten mit weniger als 100 000 Einwohnern liegt nur Bamberg mit 5155 Passanten vor Gießen.

BID-Geschäftsführer Markus Pfeffer hört diese Nachricht gerne. »Wir freuen uns über diese Zahlen. Wir kommen gut zurecht und haben nahezu keinen unvermieteten Leerstand.« Allerdings dürften die positiven Signale kein Grund zum Ausruhen sein. »Wir wissen, dass wir permanent an uns arbeiten müssen. Die Veränderungen im Markt und der Gesellschaft sind eine große Herausforderung.« Neben der Konkurrenz aus dem Internet bereite den Gießener Geschäftsleuten vor allem der geplante Bau des Outlet-Centers in Garbenteich große Sorgen.

Der Ausgang des Bürgerentscheids, der am 19. August über die Bühne gehen soll, ist für Pfeffer daher auch wesentlich bedeutsamer als das Ergebnis der Kundenfrequenzmessung auf dem Seltersweg. Zumal er die Zählung nicht zu hoch hängen will. »Es ist immer zweifelhaft, wie aussagekräftig solche Erhebungen sind. Daher überbewerten wir gute Ergebnisse nicht, wir verfallen aber auch nicht in Panik, wenn die Zahlen nicht so gut sind.«

In diesem Jahr stutzt Pfeffer noch ein bisschen mehr über die Ergebnisse. Denn die langjährigen Konkurrenten aus Lüneburg und Flensburg, meist auf den ersten Plätzen zu finden, sind 2018 erheblich abgesackt. »Dass dafür Kaiserslautern bei den Kleinstädten in die Top 5 gerutscht ist, kann ich nicht nachvollziehen. Da liegt der Hund begraben.«

Warum die Einkaufsmeilen von Lüneburg und Flensburg, die im Gegensatz zu Gießen auch noch touristische Schwergewichte sind, abgefallen sind, konnte ein Sprecher des LaSalle-Instituts auch nicht erklären. Man versuche zwar, schlechtes Wetter, Stadtfeste und andere Sondereffekte auszuschließen, bei einer gleichzeitigen Zählung in 174 Städten bzw. Lagen sei das aber nie ganz möglich. Ob Lüneburg also abgerutscht ist, weil im 50 Kilometer entfernten Soltau seit einigen Jahren ein Outlet-Center steht, oder doch nur wegen einer Straßensperre, bleibt ungewiss. (Archiv)

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