23. April 2019, 21:51 Uhr

Radwege Natur Energiewende

Auf die Breite kommt es an

23. April 2019, 21:51 Uhr

Ebenfalls aus eigener Erfahrung kann ich Gerd Weber nur recht geben. Ich war auf dem neuen Teilstück in der Au zu Fuß unterwegs. Viele Fahrzeuge, landwirtschaftliche Fahrzeuge vor allem und nach einem vorhergehenden Regen viel Matsch auf dem neuen R6. Wehe, wenn da ein Radfahrer ins Straucheln kommt.

Aber ich habe da immer noch Verständnis, denn die Landwirte müssen ja auf ihre Äcker kommen. Aber man muss schon konstatieren, ein bisheriger schmaler und asphaltierter landwirtschaftlicher Weg ist inklusive der neuen breiten Trassenführung genau das geblieben, was er auch vorher schon war: Ein Wirtschaftsweg als Radfernweg 6, auf dem auch Radfahrer fahren dürfen – unter Berücksichtigung der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Was aber gegenseitige Rücksichtnahme bedeutet, dazu steht zum Beispiel im Internet folgendes geschrieben: Bei der Begegnung von Fahrradfahrern und landwirtschaftlichem Verkehr weicht der Verkehrsteilnehmer, dem das leichter fällt, aus. Das sind meist die Radfahrer. Und jetzt kommt’s knüppeldick: Die Ausschilderung von Wirtschaftswegen als Radwanderwege ändert an dieser Regel nichts. Die Beschilderung ist eine nicht amtliche Wegweisung, die dem Fahrradfahrer keinen Vorrang einräumt.

An dieser Stelle muss natürlich nachgefragt werden, was Fahrradwege und Wirtschaftswege unterscheidet. Wirtschaftswege müssen eine Mindestbreite von drei Metern haben, reine Radwege eine befestigte Breite von bis zu 2,50 m (in beiden Varianten zuzüglich 0,50 Metern beiderseitige Bankette). Wegen der Förderfähigkeit von Radwegen schreibt Hessen Mobil: Förderfähig ist grundsätzlich eine befestigte Breite von bis zu 2,50 Metern. Bei hessischen Fernradwegen (und dies gilt fast nur für das Bundesland Hessen, warum auch immer) kann die förderfähige Breite bis zu drei Metern betragen.

Jetzt wird vielleicht so manchem ein Licht aufgehen, weshalb für die gesamte Homberger Trasse des R6 eine Breite von drei Metern vorgesehen ist. Ich habe bereits betont, dass ich für den Bereich der Au noch gewisses Verständnis aufbringen kann, da ja auch landwirtschaftliche Fahrzeuge ihre Parzellen erreichen müssen.

Allerdings plädiere ich ganz vehement dagegen, ab Erreichen und dem Verlauf auf der ehemaligen Bahntrasse weiter die drei Meter einzuhalten. Sollen denn auch künftig auf diesem Bereich außer Radfahrern noch Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge die bisherige Bahnlinie benutzen können?

Das wäre doch ein Unding. Gar nicht zu reden von den zusätzlichen Kosten der Schotterverbreiterung auf insgesamt vier Meter (inkl. Bankette), denn das jetzige, oftmals stark erhöhte Schotterbett misst gerade mal ca. 2,50 Meter Breite.

Warum wohl sind fast alle neuen hessischen Radwege der letzten Jahre (zum Beispiel Lich – Birklar, bei Alsfeld, Garbenteich – Dorf-Güll, Steinbach – Garbenteich, Holzheim – Langgöns – um nur einige zu nennen) und sogar der Vulkanradweg nur auf eine Breite von 2,50 Metern ausgelegt worden? Warum nur? Und warum wollen wir hier in Homberg sogar im Bereich der ehemaligen Bahngleise unbedingt auf eine Breite von drei Metern (die Breite für Wirtschaftswege) gehen. Haben die oben geschilderten Kommunen vielleicht mehr Herz für Radfahrer als die Stadt Homberg?

Übrigens habe ich bei der Offenlegung der Trasse bis Neuhaus bereits im September 2017 meine Bedenken und Einsprüche schriftlich geltend gemacht. Bis heute noch keine Antwort!

Hartmut Kraus , Homberg

Wo sind all die Indianer hin? Ich wähle bewusst dieses Zitat der Musikgruppe »Pur«. Die Vorgärten werden mit Beton bepflastert. Die sogenannten Biotope am Wegesrand werden bis zum vollgedüngten Acker gemäht. Wenn man durch die Agrarflächen mit geteerten Feldwegen fährt, fehlen Gras, Feldholzinseln und Hecken gänzlich. Es wird bis zum Weg geackert, sodass der Unterbau der Straße herausbröckelt.

Bienen und Insekten und Feldlärchen haben keine Chance mehr.

Wo sind alle die Indianer hin, wann verlor das große Ziel den Sinn?

Oswin Hacke , Feldatal-Groß-Felda

Hundertprozentige Energieversorgung aus regenerativen Quellen bleibt solange Utopie, wie wir keine geeigneten Speicher haben. Daran ändert auch die Nord/Süd Stromtrasse nichts. Im Gegenteil werden die Unterschiede zwischen Energieüberschuss und -mangel weiter ansteigen.

Die Zwangsabschaltungen von Windkraftanlagen werden zunehmen und damit die Kosten der Phantomvergütung. Diese Kosten entstehen dadurch, dass die Betreiber während der Stillstandzeit ihres Windrades die Einspeisevergütung weiter erhalten. Dabei geht man von der Einspeiseleistung aus, die zum Zeitpunkt der Abschaltung vorhanden war. Die so entstandenen Kosten werden per Gesetz dem allgemeinen Strompreis zugeschlagen. Das gilt auch für die ungenutzten Offshore-Windanlagen.

Die Niederlande betreiben hauptsächlich Gaskraftwerke aus eigenen Resourcen. Wir bezahlen den Holländern 6 Cent/kWh, damit sie zur Mittagszeit ihre Gasturbinen runterfahren und unseren überschüssigen Fotovoltaik-Strom abnehmen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir die höchsten Strompreise in Europa zahlen. Wenn wir uns von Kohle und Atom verabschieden, bleibt heute nur ersatzweise Gas, das wir importieren müssten. Wasserstoff könnte der Energiespeicher der Zukunft sein. Heute ist es möglich, diesen chemisch an ein Trägeröl zu binden.

Das wiederum kann wie herkömmlicher Kraftstoff dauerhaft gelagert und transportiert werden. (www.deutscher-zukunftspreis.de/de/nominierte/2018/tearn-3). Windräder müssten nicht mehr stillstehen, würden Energieüberschüsse zur Produktion von Wasserstoff genutzt.

Ohne Subventionen geht das nicht, denn der »flüssige« Wasserstoff ist etwa dreimal so teuer wie Diesel. Als erfahrener Ingenieur für Energie- und Regelungstechnik schlage ich alltagstaugliche technische Lösungen vor, die unmittelbar und kostengünstig umsetzbar sowie umweltfreundlich und sozial verträglich sind. Durch ein von mir patentiertes Regelverfahren ist es möglich, regenerative Energieüberschüsse zum Nutzen der Allgemeinheit einzusetzen.

Jeder erhält davon einen kleinen Anteil zur Substitution konventioneller Energie für Heizung und Kühlung. Mit wachsender Verbreitung dieser automatischen Lastregelung brauchen immer weniger Windräder abgeschaltet werden. Langfristig wäre so ein Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft möglich. Übrigens teile ich die Ansichten von Prof. Klaus Herzog (Bericht Gießener Allgemeine vom 13. April) Meine Empfehlung für Interessierte: Im Internet »agora energiewende, dann agorameter« anklicken und sehen, wer uns wie mit Strom versorgt!

Arno Eichmann , Rabenau

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