06. August 2018, 21:52 Uhr

Kranke Lokführer

Auch am Dienstag fallen Züge aus: Kritik von Pro Bahn

06. August 2018, 21:52 Uhr
pfannmueller_pd
Von Armin Pfannmüller

Wegen vieler kranker Lokführer müssen sich Bahnkunden im Raum Gießen auch am Dienstag auf Zugausfälle einstellen. Da die Krankmeldungen kurzfristig eingingen, könne man zur Zahl der betroffenen Züge noch nichts sagen, erklärte ein Sprecher am Montagnachmittag. Er verwies auf die Fahrplanauskunft im Internet (www.bahn.de).

Besonders betroffen war am Montag die Regionalbahnlinie zwischen Gießen, Friedberg und Hanau. Ein Sprecher der Bahn bezeichnete die Strecke Friedberg-Hanau als Schwerpunkt. Zwischen Gießen und Friedberg seien am Montag nur zwei Züge ausgefallen, nämlich die Verbindungen um 16.05 und um 18.05 Uhr. Wegen des Schulbeginns nach den Sommerferien versuche die Bahn, den Verkehr vor und nach den Unterrichtszeiten zu gewährleisten. »Den Schülerverkehr wollen und müssen wir schonen«, sagte der Sprecher.

In den vergangenen Tagen war nach Auskunft der Bahn der Krankenstand der Lokführer am Standort Gießen »stark angestiegen«. Er liege derzeit mehr als doppelt so hoch wie im Jahresdurchschnitt. Hinzu kämen »nicht aufschiebbare Urlaubsansprüche«, teilte die Bahn mit.

Laut Bahn waren deshalb am Montag den gesamten Tag über elf Verbindungen gestrichen. Auch in den Tagen danach seien Zugausfälle »nicht vollständig vermeidbar«, hieß es in der Mitteilung.

»Wir kämpfen weiterhin darum, jeden Zug fahren zu können. Wir sprechen kurzfristig auch Triebfahrzeugführer aus anderen Einsatzstellen zur Unterstützung an«, erklärte der Leiter Produktion der DB Regio Mitte, Peter Rumpf. Bahnreisende sollten sich vor Fahrtantritt auf der Internetseite der Deutschen Bahn über die jeweilige Verbindung informieren.

Über Kündigung nachdenken

Kritik übt Pro Bahn an den aktuellen Zugausfällen. Der Fahrgastverband geht in seiner Mitteilung auch auf die seit Monaten bestehenden Fahrplankürzungen im Netz des Mittelhessen-Express ein, die inakzeptabel seien. Pro Bahn zählt am Montag zwölf Ausfälle auf der Strecke der Regionalbahn 49 Gießen-Friedberg-Hanau, »mit fünf Fahrten in die eine und sieben Fahrten in die andere Richtung«.

Es sei nicht akzeptabel, dass es der Deutschen Bahn als mit Abstand größtem Dienstleister für Schienenverkehr in Deutschland nicht möglich sei, Arbeitskräfte zum Beispiel aus anderen Regionen so einzusetzen, »dass entstehende Lücken wie beim Mittelhessen-Express sofort geschlossen werden können und Zugausfälle vermieden werden.« Beim Mittelhessen-Express und vorrangig bei der RB 49 bestünden »solch schlimme Zustände« nunmehr seit Ende 2017, schreibt der Fahrgastverband. Sollte es in den kommenden Wochen nicht zu einer Verbesserung kommen, so sei der Rhein-Main-Verkehrsverbund für das Land Hessen als Aufgabenträger aufgefordert, über eine Vertragskündigung für den Mittelhessen-Express nachzudenken.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos