15. Oktober 2012, 19:53 Uhr

Auch Gießenern droht satte Strompreiserhöhung

Gießen (mö). Auch die Kunden der Stadtwerke Gießen AG müssen sich im neuen Jahr wohl auf eine spürbare Erhöhung der Strompreise einstellen.
15. Oktober 2012, 19:53 Uhr
Anlagen zur Erzeugung von Solarstrom wie hier am Rand von Kleinlinden (r.) prägen auch in der heimischen Region mittlerweile das Bild. (Foto: Henß)

Grund ist die gestrige Ankündigung der deutschen Netzbetreiber, dass die Umlage zur Förderung der erneuerbare Energien (EEG-Umlage) 2013 wird. Für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen ergibt sich daraus eine jährliche Mehrbelastung von etwa 60 bis 70 Euro. Wie SWG-Sprecherin Ina Weller auf Anfrage sagte, werde das städtische Unternehmen im kommenden Monat eine Neukalkulation der Strompreise vornehmen.

Zuletzt hatten die . Seinerzeit war die Umlage von 2,047 auf 3,53 Cent angehoben worden. Je nach Verbrauch und Produkt ergaben sich dadurch jährliche Brutto-Mehrkosten in Höhe zwischen 44 und gut 79 Euro, was einer Teuerung zwischen sieben bis acht Prozent entsprach. Jetzt rechnen Experten auf breiter Front mit Erhöhungen um die zehn Prozent. Die Erhöhung der EEG-Umlage von 2009 auf 2010, als sie von 1,22 auf über zwei Cent gestiegen sei, hatten die Gießener Stadtwerke dagegen noch auffangen können.

Wie andere Versorger hielten sich am Montag indes auch die Stadtwerke mit Prognosen zur Strompreisentwicklung zurück. Die EEG-Umlage sei nämlich nur ein Aspekt, der bei der Preisbildung zu berücksichtigen sei, sagte Weller. »Neben den Steuern und Abgaben sind die Kosten für die Netznutzung und die Einkaufspreise, die wir für Energie zahlen, zwei weitere Blöcke im Rahmen der Preisbildung«, erklärte die Unternehmenssprecherin. Die letzte Strompreiserhöhung der SWG war – aus anderen Gründen – zum 1. Mai dieses Jahres erfolgt.

Der rasante Ausbau vor allem im Bereich der Fotovoltaik, der regelmäßig zur Anhebung der EEG-Umlage führt, hatte sich zuletzt auch bei der Menge des ins Netz der SWG-Tochter Mit.Netz eingespeisten Solarstroms gezeigt. Die war im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts um »30 000 Prozent« auf über 13,1 Millionen Kilowattstunden in 2010 gestiegen, was zu diesem Zeitpunkt allerdings nur zwei Prozent der im heimischen Bereich verkauften Gesamtstrommenge ausgemacht hatte. Aus Anlass der Preiserhöhung zum 1. Januar 2011 hatte SWG-Vorstand Manfred Siekmann kritische Worte für die Praxis des EEG feunden: »Plakativ gesprochen bezahlt jetzt der eine Energiekunde für die Fotovoltaikanlage auf dem Dach des anderen.« Dies sei eine Entwicklung, die kaum zum gesellschaftlichen Konsens über den notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien beitragen könne, so Siekmann damals. Und das war noch vor dem Beschluss der Bundesregierung, aus der Atomkraft auszusteigen.

Ein Ende des Booms beim Sonnenstrom ist nicht in Sicht. Wie berichtet, soll im Bereich des früheren Bundeswehr-Depots entstehen. Die Einspeisung der dort gewonnenen Energie erfolgt ins Netz der Stadtwerke. (Seiten 1 und 4/Politik)

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