08. Januar 2019, 14:00 Uhr

Gießener Nordstadt

Asterweg: Wird der Poller wiederbelebt?

08. Januar 2019, 14:00 Uhr
Karen_werner
Von Karen Werner
2016 hat die Stadt das Durchfahrtsverbot im Asterweg gelockert. Dieser graue Kasten soll nun die Folgen erfassen. (Foto: kw)

Eigentlich sollte der Asterweg seit 1992 Autofahrern nicht mehr als Abkürzung zwischen Sudetenlandstraße und Nordanlage dienen. Doch das Durchfahrtsverbot wurde häufig missachtet. In den letzten Jahren hat der Verkehr noch einmal deutlich zugenommen. Wie viele Fahrzeuge dort unterwegs sind, hat die Stadt jetzt mit einem Statistikgerät überprüft. Auch in der Rodheimer Straße und am Eulenkopf waren diese Zähler installiert.

Die grauen Kästen können die Menge an Autos und Fahrrädern sowie die Geschwindigkeit registrieren. Strafzettel folgen darauf nicht: Die Geräte machen keine Bilder.

Busfahrer müssen oft warten

Der Pannen-Poller Asterweg, der die Einmündung in der Nordstadt eigentlich nachts absperren soll, ist seit Mitte 2017 in der Versenkung verschwunden. Vor drei Jahren hat die Stadt zudem das Durchfahrtsverbot für Nicht-Anlieger tagsüber aufgehoben. Das geschah zwar in aller Stille, hat sich aber zunehmend herumgesprochen.

Deutlich mehr Autofahrer umgehen nun auf diesem Weg die Marburger Straße und nehmen viel weniger Rücksicht auf Stadtbusse. Deren Fahrer berichten, dass sie oft lange warten müssen, bis sie den 300 Meter langen Abschnitt zwischen Sudetenlandstraße und Schwarzlachweg passieren können. Vor allem morgens und mittags wird es eng auf der Strecke, die unter anderem Richtung Landgraf-Ludwigs-Gymnasium und Georg-Büchner-Schule führt. Die Halteverbotszone zum Ausweichen der Pkw ist immer wieder zugeparkt.

Diese Eindrücke sollten nun mit dem Zählgerät überprüft werden. Die Frage sei, »ob und in welchem Umfang sich die Aufhebung des Durchfahrtsverbots für Nicht-Anlieger ausgewirkt hat«, erklärt Bürgermeister Peter Neidel auf GAZ-Anfrage. Eine Verkehrszählung vor fünf Jahren ergab, dass pro Tag im Schnitt 3000 Fahrzeuge (sieben Prozent davon Fahrräder) auf dem Abschnitt unterwegs waren. Die meisten Fahrer hielten sich an die Tempo-30-Beschränkung.

Ob die Anliegerregelung möglicherweise wiederbelebt oder der Poller ein weiteres Mal instandgesetzt werden soll, ist laut Neidel weiterhin offen. Auf die Frage nach den Reparaturkosten seit 1992 oder auch der letzten Jahre antwortete die Stadt bei der GAZ-Nachfrage vor anderthalb Jahren nicht. Allein die Erneuerung des Pollers im Herbst 2015 hat über 16 000 Euro gekostet.

Der Verkehrszähler hing zwei bis drei Wochen, ebenso wie der im Heyerweg. Dort wurden Beschwerden über zu schnelle Autos überprüft. Länger bleibt das Gerät an der Rodheimer Straße. Es erfasst ausschließlich den Radverkehr. »Ziel ist es, allgemeine Vergleichsdaten zu erhalten, die in weitere Planungen einfließen«, erklärt Neidel; zum Beispiel in den Verkehrsentwicklungsplan.



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