07. September 2016, 15:10 Uhr

Ankunftszentrum soll gewichtige Rolle spielen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge will in Hessen bis zum Ende des Monats die "Easy-Gap" schließen - und zwar im neuen Gießener Ankunftszentrum.
07. September 2016, 15:10 Uhr

Gießen (mö). »Fulda Gap« nannten einst die Nato-Militärs eine Gegend in Osthessen, durch die die Truppen des Warschauer Pakts zum Rhein hätten vorstoßen können. Ein riesiges Gap, was für Lücke steht, hat sich auch in der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr aufgetan. Hunderttausende Menschen strömten nach Deutschland und wurden im sogenannten EASY-System zwar registriert, konnten aber bislang keinen Asylantrag stellen. Diese »Easy Gap« will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Hessen bis Ende des Monats schließen, und zwar im neuen Gießener Ankunftszentrum. Dies kündigte der für Hessen zuständige BAMF-Regionalleiter Andreas Jödicke am Mittwoch bei einer Presseführung durch das Zentrum im früheren US-Depot an.

Noch 18 000 Asylbewerber aus hessischen Landkreisen sollen nach Angaben von Ralf Stettner, Leiter der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE), in den nächsten Wochen an der Rödgener Straße ihren Asylantrag stellen. Am Mittwoch waren Flüchtlinge aus den Kreisen Main-Kinzig und Marburg-Biedenkopf, die mit Bussen nach Gießen gebracht wurden, an der Reihe.

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Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und BAMF-Vertreter Jödicke, der früher bei der Bundeswehr war und für die UN in Krisengebieten gearbeitet hat, sprachen mit Blick auf die Schließung der »Easy Gap« von einer »einmaligen Sonderaktion«. Eigentlicher Zweck des Ankunftszentrums sei die schnellere Aufnahme von neuen Flüchtlingen. »Das Zentrum ist in die Zukunft gerichtet«, betonte Ullrich. Aktuell indes ist die Zahl der Neuankömmlinge überschaubar: knapp 80 waren es am Mittwoch, was auch dem aktuellen täglichen Schnitt entspricht. Insgesamt halten sich in der HEAE in Gießen gegenwärtig knapp 1500 Flüchtlinge auf, hessenweit sind es knapp 5800.

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