24. Februar 2010, 14:12 Uhr

An bleibende Verdienste Hormuths erinnert

Gießen (si). Der am Sonntag verstorbene ehemalige Gießener Universitätspräsident Prof. Stefan Hormuth ist in mehreren Nachrufen als großer Wissenschaftler, visionärer Wissenschaftsmanager und ausgesprochen menschlicher Gesprächs- und Verhandlungspartner gewürdigt worden. Neben dem Wissenschaftsministerium und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst – deren Präsident Hormuth seit 2008 war – äußerten sich die Stadt und die Fachhochschule, die aus heimischer Sicht an Hormuths Verdienste erinnerten.
24. Februar 2010, 14:12 Uhr
Hormuth habe »seine« Universität zu einer national wie international bekannten Hochschule gemacht und zudem in der Stadt und in der Region Gießen fest verankert, heißt es in der Erklärung von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Stadtverordnetenvorsteher Dieter Gail. Die Schärfung des wissenschaftlichen Profils der Justus-Liebig-Universität und die Erfolge in der Exzellenzinitiative seien untrennbar mit seiner Präsidentschaft verbunden. Nicht zuletzt diese Erfolge hätten immer wieder neue Rekorde bei der Zahl der Studienanfänger gebracht. Grabe-Bolz und Gail erinnerten an das unter Hormuths Leitung entwickelte Zukunftskonzept »Human Life and its Ressources«, die Einweihung des Interdisziplinären Forschungszentrums, die Planung des Biomedizinischen Forschungszentrums und die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse, die mit seinem Namen verbunden blieben. Hormuth habe stets den Dialog und die Zusammenarbeit mit dem Magistrat gesucht, sei es bei der Vorbereitung des Universitätsjubiläums, sei es durch seine Unterstützung bei der Teilnahme der Stadt im Wettbewerb zur »Stadt der Wissenschaft«. Seine Persönlichkeit, Menschlichkeit, große Hilfsbereitschaft und enorme Schaffenskraft werde unvergesslich bleiben, heißt es in dem Schreiben.

Für die Fachhochschule Gießen-Friedberg bekräftigte ihr Präsident Prof. Günther Grabatin, dass sich Hormuth dort große Wertschätzung erworben habe. »Ob bei der Zusammenarbeit im gemeinsamen Transferzentrum, bei der Ausgestaltung des Kooperationsvertrags der drei mittelhessischen Hochschulen oder dem Engagement für unsere Wissenschaftsregion Mittelhessen – Stefan Hormuth war uns stets ein dialogbereiter verlässlicher Partner bei der Verwirklichung von Zielen, die über das Interesse einzelner Hochschulen hinausgingen.« Die Fachhochschule trauere um eine Persönlichkeit, die Führungsverantwortung übernommen und zwölf Jahre lang in vorbildlicher Weise getragen habe.

Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann schreibt, dass Hormuth in den zwölf Jahren an der Spitze der Justus-Liebig-Universität mit vollem Einsatz und voller Energie gewirkt und sich dabei innerhalb und außerhalb der Hochschule große Anerkennung erworben habe. Er habe in seiner Amtszeit von der Stärkung der Hochschulautonomie bis hin zur Umstellung der Diplom- und Magisterstudiengänge auf das Bachelor- und Masterstudiengangsystem im Rahmen der Bologna-Reform ein weites Feld bestellt. Kühne-Hörmann hob insbesondere auch die Fusionierung der mittelhessischen Universitätsklinika in Gießen und Marburg Mitte 2005 und deren anschließende Privatisierung zu Beginn des Jahres 2006 hervor, die nicht nur für die beiden beteiligten Universitäten, sondern auch für das Land eine große Bedeutung habe. Hormuth habe frühzeitig erkannt, dass nur auf diesem Wege die Gießener Hochschulmedizin nachhaltig zu sichern sei und entsprechend gehandelt, um den Weg des Übergangs konstruktiv zu begleiten. Sie verwies außerdem auf die herausragenden Erfolge der Universität Gießen in der Exzellenzinitiative des Bundes mit dem Exzellenzcluster »Kardiopulmonales System« in den Lebenswissenschaften und der Graduiertenschule International Graduate Centre for the Study of Culture in den Geisteswissenschaften. Im Rahmen des Zentrenkonzepts der Landesregierung für kleinere geisteswissenschaftliche Fächer habe Hormuth entscheidend an der Einrichtung des Gießener Zentrums Östliches Europa mitgewirkt. Als Präsident habe er all diese Entwicklungen sachkundig, kritisch und konstruktiv nicht nur begleitet, sondern gemeinsam mit dem Land gestaltet und maßgeblich beeinflusst.

Für den DAAD kondolierten Vizepräsident Prof. Max Huber und Generalsekretär Dr. Christian Bode. Während Hormuths Präsidentschaft seien die öffentlichen Investitionen in die Internationalisierung – seinem Arbeitsschwerpunkt – substanziell gestiegen und die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland auf 90 000 geklettert. Eine flexible und mobilitätsfreundliche Umsetzung des Bologna-Prozesses habe Hormuth besonders am Herzen gelegen. »Sein ganzes Leben war Zeugnis und Einsatz für internationale Offenheit und Zusammenarbeit«, heißt es in dem Nachruf.

Die Trauerfeier für Professor Stefan Hormuth wird am kommenden Samstag um 10 Uhr in der St.-Raphael-Kirche in Heidelberg-Neuenheim stattfinden. Die Beisetzung erfolgt anschließend im engen Familien- und Freundeskreis.

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