27. Mai 2018, 18:37 Uhr

An Francke-Schule Abschied von 49 Abiturienten

27. Mai 2018, 18:37 Uhr
Johannes Alban, Klara Best und Jakob Silberbauer (v. l.). (Foto: csk)

Gießen (csk). Wo Kafka auf Goethe trifft, ist ein Drahtseilakt programmiert. Tobias Düver übte sich also nicht nur in Rhetorik, sondern auch in Artistik, als er bei der Abiturfeier der August-Hermann-Francke-Schule (AHFS) die Abschiedsrede der Schüler hielt und dabei erst auf den einen, dann auf den anderen Dichter anspielte. Plausibel ausgewählt hatte er seine literarischen Kronzeugen allemal. Das Reifezeugnis in der Hand zu halten soll schließlich schon bei so manchem eine »Verwandlung« bewirkt und der Weg dahin für nicht wenige unter dem Titel »Die Leiden des jungen Schülers« gestanden haben.

Dem rhetorischen Drahtseilakt folgte ein metaphorischer. Alexander Bergmüller, Vertreter der Eltern, hatte ein echtes Drahtseil mitgebracht – als Symbol für die Absolventen. Jedes Teil habe »eine individuelle Prägung«, sagte Bergmüller – und nur zusammen bildeten sie ein stabiles Ganzes.

Die Gemeinschaft des Jahrgangs beschwor auch Klassenlehrer Dr. Martin Geilfus. Seine 13b präsentierte er als »wuselige Hydra« – ein »freundliches Wesen« mit vielen Köpfen und spezieller »Gruppendynamik«. Entsprechend formulierte Geilfus seinen Abschiedsgruß: »Go on wuseling!«. Glückwünsche von Achim Hinder, dem Klassenlehrer der 13a, überbrachte seine Stellvertreterin Sabine Reichenbach.

Festredner Hahne verpasst Zug

Zu Beginn der Feier hatte Schulleiter Horst Brombach die Abiturientia gewürdigt. Festredner Peter Hahne musste dagegen kurzfristig absagen, weil er seinen Zug verpasst hatte. Oberstufenleiter Tobias Glaum verlas stattdessen einen Brief des ZDF-Journalisten, der zur Entschuldigung 100 Exemplare eines seiner Beststeller verteilen ließ – »damit Sie wenigstens etwas von Peter Hahne haben, der heute nur die Rücklichter sah«, wie er schrieb. FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner hatte den Absolventen eine E-Mail geschickt – und ihr Abimotto wohlwollend zur Kenntnis genommen: »Abi first. Bedenken second.«

Bei der Zeugnisausgabe verkündete Brombach einen Rekord: Mit ihrem Jahrgangsdurchschnitt von 2,09 seien die 43 Abiturienten und sechs Fachabiturienten die besten in der Geschichte der AHFS. Spitzenwerte des Jahrgangs erzielten Johannes Alban (1,0), Klara Best und Jakob Silberbauer (beide 1,3). Alban wurde zudem für sehr gute Leistungen in Physik von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und für seine Leistungen in Latein vom Verband der Altphilologen geehrt. Silberbauer und Arne Stephan durften sich über Preise der Deutschen Physikalischen Gesellschaft freuen und Louisa Jung bekam eine Auszeichnung der Gesellschaft Deutscher Chemiker. 25 Absolventen erhielten Ehrungen für ihr Engagement.

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