28. August 2019, 14:00 Uhr

Einkaufsmeile Seltersweg

Am Samstag ist Schluss

Am kommenden Samstag schließt die Peek-&-Cloppenburg-Filiale im Seltersweg nach 28 Jahren ihre Türen. Das Unternehmen aus Düsseldorf schweigt sich über eine Nachfolgeregelung aus.
28. August 2019, 14:00 Uhr
Seit 1991 ist Peek & Cloppenburg im Seltersweg vertreten. Im Moment läuft der Räumungsverkauf. (Foto: Schepp)

Am Wochenende verliert der Gießener Einzelhandel ein absolutes Schwergewicht. Nach 28 Jahren öffnet Peek & Cloppenburg die Filiale im Seltersweg 40 am kommenden Samstagmorgen zum allerletzten Mal. Das Modeunternehmen zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen aus Gießen zurück. Der Entschluss ist nicht neu. Bereits im Januar hatte das Unternehmen aus Düsseldorf die Entscheidung der Geschäftsleitung in einem knappen Fünfzeiler bekanntgegeben. Schon damals hatten viele Kundinnen, nicht wenige davon langjährige Stammkundinnen, diesen Schritt bedauert. »Das ist ein schwerer Schlag für das Textilangebot im Seltersweg«, sagt auch Heinz-Jörg Ebert. Der Geschäftsführer des »Schuhhauses Darré« und Vorsitzende des Business Improvement District (BID) Seltersweg unternimmt erst gar keinen Versuch, die Entwicklung schönzureden. Er weiß, dass P&C nicht nur für das Warensortiment der Gießener Fußgängerzone wichtig war, sondern dieser auch die dringend benötigte Kundenfrequenz gebracht hat.

Mit Spannung beobachtet Ebert daher - wie einige andere im Seltersweg ansässige Händler auch - die Entwicklung der Immobilie, die in Besitz von P&C ist. »Das BID weiß leider nichts von einer Nachfolge. Der Eigentümer hält sich sehr bedeckt. Wir haben aber die Aussage im Ohr, dass man eine Reihe von Interessenten hätte und in der Lage wäre, sich einen Pächter aussuchen zu können«, sagt Ebert.

In Immobillienkreisen wird derzeit viel spekuliert. Dem Vernehmen nach sollen die Modeketten »H&M« und »Zara« Interesse an dem 3200 Quadratmeter großen Ladenlokal angemeldet haben. Bestätigt wird dies allerdings von keiner Seite. Auch P&C selbst, das zeitweise sogar einen Verkauf des Gebäudes angestoßen haben soll, schweigt sich über die Nachfolgeregelung aus. »Zu Immobilienanfragen äußern wir uns grundsätzlich erst, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind und sich eventuelle Pläne konkretisiert haben«, heißt es von der Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf. Immerhin bestätigt das Unternehmen, dass Gespräche laufen.

Auf die vertraut auch Ebert. Er weiß, dass ein weiterer großer und längerer Leerstand dem Seltersweg und seinen Händlern Probleme bereiten würde. »P&C hat sich in den vielen Jahren der Eigentümerschaft immer sehr kooperativ verhalten und ist der Verantwortung zur Standortentwicklung mehr als gerecht geworden«, sagt Ebert. »Wir hoffen deshalb, dass sich P&C engagierter und konstruktiver verhält, als die Generali-Versicherung, die als Eigentümer des »Sting«-Gebäudes ihre Liegenschaft offensichtlich bewusst leerstehen lässt und nach gut einem halben Jahr noch nicht mal nicht in der Lage ist, eine adäquate Beklebung an den Scheiben anzubringen«, schimpft Ebert über den Leerstand im oberen Seltersweg. Dort hatte »The Sting« Ende 2018 seine rund 2500 Quadratmeter große Verkaufsfläche geschlossen.

Hinsichtlich der rund 40 Beschäftigten der Gießener Filiale gab P&C auf Anfrage bekannt, dass »ein Teil der Mitarbeiter in ein anderes Verkaufshaus gewechselt« sei, mit einem anderen Teil habe man sich auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses verständigt. In diesen Fällen gelte ein Sozialplan, der eine Abfindung vorsehe.

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