02. November 2019, 14:00 Uhr

Richtfest

Alte Post in Gießen: Eine »Wahnsinnsleistung«

Nur 13 Monate liegen zwischen dem Kauf und dem Richtfest an der Alten Post in Gießen. Zu Recht war deshalb von einer »Wahnsinnsleistung« die Rede.
02. November 2019, 14:00 Uhr
Bauherr, Mieter und Stadtvertreter auf dem Balkon des Neubaus neben dem Telegrafenamt. (Foto: Schepp)

Nach vielen sonnigen und trockenen Monaten waren es ausnahmsweise mal trübe Aussichten, die die Gäste am Freitagnachmittag aus den hohen Fenstern und vom künftigen Balkon der obersten Etage des Neubaus neben dem Telegrafenamt hatten. Nässe und Kälte taten der Freude über den nächsten großen Schritt beim Umbau der Alten Post aber keinen Abbruch. »Die Firmen, die hier arbeiten, gehen unseren Takt mit«, lobte Eigentümer und Investor Kai Laumann die von ihm beauftragten Unternehmen aus Mittelhessen, aus Bayern, Berlin, dem Sauerland und dem Westerwald.

Vor gut einem Jahr hatte Laumann das Grundstück mit der Alten Post und dem Telegrafenamt erworben, im April wurde der Erste Spatenstich gefeiert, am 1. November folgte das Richtfest. Von einer »Wahnsinnsleistung« sprach Bürgermeister und Planungsdezernent Peter Neidel und lobte Laumanns Tatendrang: »Sie sind Visionär und zugleich Realist.«

Wie immer, wenn der agile Unternehmer einlädt, hatte er auch am Freitag Neuigkeiten zu verkünden. Für die Alte Post, die jetzt in den Fokus der Arbeiten rücken wird, gibt es den nächsten Mieter. Es handelt sich um den expandierenden Gesundheitsdienstleister Wartezimmer-TV aus München, der sich oben in der Alten Post einmieten wird. Wie im Telegrafenamt wird auch hier das Dach für eine Büronutzung ausgebaut.

Weit gediehen sind die Arbeiten bereits im Telegrafenamt und am Neubau, die der schwedische Finanzdienstleister Klarna beziehen wird. Laumann setzte sich das nächste ehrgeizige Ziel: Bereits am 1. Juni kommenden Jahres soll das Unternehmen einziehen. Auch Klarna-Standortleiter Frank Dutenhöfer zeigte sich beeindruckt über das »Supertempo« und erinnerte an seinen ersten Rundgang: »Das sah echt schlimm aus.«

Eine 155 Jahre alte Bierflasche, die beim Aufräumen in der Alten Post gefunden wurde, übergab Laumann - passend - an einen anderen Ankermieter, Rainer Noll von der Bitburger Braugruppe, zu der auch die Licher Brauerei gehört. Die Braugruppe wird im Erdgeschoss der Alten Post bekanntlich eine Großgastronomie eröffnen.

430 Plätze, zwei Biergärten

Noll gab zu dem Vorhaben weitere Details bekannt und lüftete das Namensgeheimnis: »Benediktiner Weißbräuhaus« wird die Gastronomie nach der Weißbiermarke der Braugruppe benannt. Das »moderne Wirtshaus« wird als »Ganztagesgastronomie« konzipiert, auf den 700 Quadratmetern werden eine Schänke als Kernstück, ein Restaurant mit 70 Plätzen und eine Backstation untergebracht. Das eigentliche Wirtshaus wird über 430 Plätze verfügen, davon 250 drinnen und 175 draußen, die sich auf zwei Biergärten am Haupteingang und im Innenhof verteilen. Die Bitburger Braugruppe betrete mit dem Betrieb einer eigenen Gastronomie Neuland, erklärte Noll und betonte: »Wir sind überzeigt, dass es richtig ist, so etwas auch in einer Stadt wie Gießen zu machen und nicht immer nur in den Großstädten«.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz wünscht sich, dass das gesamte denkmalgeschützte Ensemble an der Bahnhofstraße künftig zu einem »Hotspot in Gießen wird«. Laumann sei mit dem Erwerb ein »hohes unternehmerisches Risiko« eingegangen. »Ganz Gießen ist ihnen dankbar dafür«.

Eine besonderes Invest ist die Alte Post auch für die Finanzierer. Neben der Sparkasse Gießen seien auch Sparkassen aus Marburg und Kassel beteiligt, sagte das Gießener Vorstandsmitglied Ilona Roth. Das Richtfest sei »ein toller Tag für Gießen«.

Büro, Wirtshaus, Bar

Zweimal 700 Quadratmeter Mietfläche in den Zwischenetagen der Alten Post hat Kai Laumann noch zu vergeben, ansonsten sind die beiden Altgebäude und der Neubau neben dem Telegrafenamt vergeben. Dortiger Ankermieter ist das Unternehmen Klarna, in die Alte Posten werden die Bitburger Braugruppe und Wartezimmer TV einziehen, die Bar im alten Kesselhaus übernimmt der Gießener Gastronom Dimitri Skartsanis (»Geschmacksverkehr«).

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