15. Juli 2019, 11:00 Uhr

Hauptgebäude

Ärger über Lärm und Wildpinkler am Univorplatz

Vor allem Anwohnerärgern sich darüber, dass der Platz vor dem Hauptgebäude der Uni zu ihrem Treffpunkt geworden ist. Sie stören sich vor allem über Müll, Lärm und Wildpinkler.
15. Juli 2019, 11:00 Uhr
Anwohner beschweren sich, dass die Situation auf dem Univorplatz immer problematischer wird. (Foto: Schepp)

Ein Abend vor dem Uni-Hauptgebäude: Dutzende junger Menschen haben es sich gemütlich gemacht. Ein Wirrwarr aus Stimmen und Musik liegt in der Luft. Regelmäßig steuern Einzelne das Kiosk auf der gegenüberliegenden Straßenseite an. Nachschub holen. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Eine »entspannte Atmosphäre«, so hat es auch die Universität dieser Tage formuliert. Doch die Meldung der JLU beinhaltete auch ein »Aber«. Demnach zeigen sich zu späterer Stunde bis in die Nacht hinein Auswüchse, »die nicht mehr hingenommen werden können«. Die Uni wird daher in den kommenden Wochen wieder verstärkt einen Sicherheitsdienst auf dem Platz einsetzen.

Anwohner: Mehr »Verrohung«

Für Anwohner Martin Hoffmann (Name geändert) kommt das nicht überraschend. »Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren definitiv verschlimmert«, sagt der Gießener, der von seiner Wohnung aus auf das Hauptgebäude blicken kann. Hoffmann sitze selbst ab und zu mit einem Bier auf dem Platz, die Atmosphäre sei großartig, der Großteil der Besucher würde auch kein Theater machen. »Es gibt aber schwarze Schafe, die es den anderen versauen.« Gerade an den Wochenenden komme es immer häufiger vor, dass Besoffene grölen und Flaschen zerschmettern. Zudem würden sie ans Hauptgebäude, in Höfe und Einfahrten pinkeln. Autospiegel seien auch schon abgetreten worden. »Verrohung und Rücksichtslosigkeit haben eindeutig zugenommen.«

Auch die Polizei wird vor das Hauptgebäude gerufen. In den vergangenen zwei Monaten habe es neun Einsätze gegeben, alle zwischen 23 und 6 Uhr, bestätigt Sprecher Jörg Reinemer. Meistens handele es sich um Ruhestörungen. Weitere Anlässe: Streitigkeiten, Sachbeschädigung, ein Taschendiebstahl. Reinemer betont allerdings auch: »Aus polizeilicher Sicht ist das kein ungewöhnlich hohes Aufkommen an Einsätzen.«

Reinigungskraft im Einsatz

Bei den Anwohnern sorgt auch der liegengelassene Müll für Unmut. Allerdings verschwindet der in den meisten Fällen schnell wieder. Denn die Universität schickt regelmäßig eine Reinigungskraft auf den Platz. Das lässt sich die JLU einiges kosten, bis zu 2000 Euro sind es jeden Monat, die für die Reinigung des Platzes, die beiden Toiletten und den Sicherheitsdienst zu Buche schlagen. Damit auch die Besucher selbst den Müll besser entsorgen können, will die Uni nun weitere Abfallbehälter aufstellen lassen.

Einer, der die Situation auf dem Vorplatz wie kaum ein zweiter kennt, ist Gabriel Artuc. Er betreibt den Kiosk gegenüber. »Momentan ist besonders viel los. Die Leute haben Bock, draußen zu sein.« Der Gießener weiß, dass er an der Situation auch Anteil hat, schließlich versorgt er die Besucher mit Bier, Zigaretten und Snacks. Artuc betont jedoch, dass gerade Bierflaschen das kleinste Problem seien. »Meistens holen sich die Leute ihren Pfand zurück. Oder die Flaschensammler greifen zu.« Doch er will die Problematik auch nicht herunterspielen, er kennt die Müllberge. »Ich kann den Ärger der Uni und der Anwohner verstehen.« Der Kiosk-Betreiber sagt aber auch, dass viele Besucher ihren Abfall entsorgen und zu späterer Stunde auch auf die Lautstärke achten würden. Laut Artuc sind die »Problemfälle« vor allem junge Leute von außerhalb, die an den Wochenenden zum Feiern in die Stadt kämen. Die meisten Gießener und die meisten Studierenden hingegen würden wissen, wie sie sich zu verhalten hätten, sagt Artuc. »Schließlich wollen sie, dass ihnen der Platz noch lange erhalten bleibt.«

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