07. Februar 2013, 19:48 Uhr

ADFC-Test: Freigabe von Einbahnstraßen kommt gut an

Gießen (pm). Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) belegen die Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen Plätze im Mittelfeld. Am besten haben die Radfahrer die Situation in Grünberg (Note 3,6) und Buseck (Note 3,7) beurteilt. Biebertal, Gießen und Heuchelheim erhielten die Note 3,9.
07. Februar 2013, 19:48 Uhr
Die Öffnung von Einbahnstraßen wie hier an der Licher Straße kommt bei Gießens Alltagsradlern gut an. (Foto: Schepp)

Die übrigen Kommunen des Kreises kamen wegen zu geringer Teilnahme nicht in die Wertung, teilt der Gießener ADFC mit.

Die Stadt Gießen war nicht nur erstmals in der Wertung, sondern sie erzielte bei den Teilnehmerzahlen laut ADFC ein »Spitzenergebnis«. Bei der relativen Beteiligung liege Gießen mit 83 Teilnehmern pro 1000 Einwohnern in Hessen an der Spitze, bei den absoluten Zahlen mit 640 Teilnehmern knapp hinter Frankfurt und vor allen anderen hessischen Kommunen. Für den ADFC zeigt das, welches Gewicht das Radfahren in der Gießener Bevölkerung besitzt: »Das ist ein deutliches Signal an die Stadtpolitik, den Radverkehr weiter zu fördern.« Dazu weist der ADFC Gießen darauf hin, dass der Nationale Radverkehrsplan der Bundesregierung beispielsweise Ausgaben zwischen acht und 16 Euro pro Einwohner und Jahr für den Radverkehr empfiehlt, was in Gießen 600 000 bis 1,2 Millionen Euro pro Jahr wärene. Die örtliche Radfahrerlobby wünscht sich, dass dieser Betrag in den kommenden Jahren auch in Gießen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur eingesetzt wird. Möglichkeiten der Verbesserung gebe es noch viele, wie ein Blick in den städtischen Radverkehrsentwicklungsplan belege.

Dabei würden von den Radlern in Gießen Verbesserungen durchaus anerkannt, wie sich bei der Frage zur Einbahnstraßenfreigabe zeige, bei der Gießen eine 2,45 erhalten habe, während Biebertal und Grünberg in diesem Bereich nur Noten oberhalb von vier bekommen hätten, da sie trotz wiederholter Initiativen des ADFC bis heute kaum Einbahnstraßen geöffnet hätten.

Durchweg schlechte Noten hätten alle Kommunen für den Winterdienst auf Radwegen erhalten, zudem für die Radverkehrsführung an Baustellen, für fehlende Leihfahrräder sowie schlechte Fahrradabstellanlagen, wobei die Stadt Gießen dabei etwas besser abschneide.

Positiv hätten die Radfahrer die Erreichbarkeit des Gießener Stadtzentrums und die Zügigkeit des Radfahrens bewertet. Insbesondere außerhalb der Stadt werde das Radfahren eher als Spaß denn als Stress angesehen. Kritisiert werde jedoch in allen Kommunen, dass in letzter Zeit kaum Werbung fürs Radfahren gemacht worden (Durchschnitt 4,9) und dass von einer Radverkehrsförderung in jüngster Zeit kaum etwas zu spüren gewesen sei (Durchschnitt 4,7).

Der hiesige ADFC hofft jedoch, dass sich die Situation bald verbessern wird. So gebe es derzeit Pläne des RMV zur Verbesserung der Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen, und auch der Landkreis plane ein Radrouten- und Wegweisungskonzept für den kompletten Kreis. »Wir hoffen auch, dass Stadt und Landkreis bald auch die Parksituation an den Schulen verbessern«, erklärte der ADFC-Kreisvorsitzende Hartwig Leuer.



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