22. Mai 2008, 23:42 Uhr

75 Jahre Schuhhaus Darré

Gießen (pd). »We are the Champions« sangen Ingi Fett, Tom Pfeiffer und Heinz-Jörg Ebert zum Abschluss einer Veranstaltung, an deren Ende es keinen mehr auf den Sitzen gehalten hatte. Rund 200 Gäste genossen am Dienstagabend nicht nur das Finale der Jubiläumsveranstaltung des Schuhhauses Darré mit den »Drei Stimmen«. Das Fest zum 75-jährigen Bestehen des Fachgeschäfts am Selterstor erwies sich in vielerlei Hinsicht als bemerkenswert.
22. Mai 2008, 23:42 Uhr

Festredner Volker Bouffier sprach von der »Erfolgsgeschichte eines außergewöhnlichen Hauses«. Zur bewegenden Feier gehörten zudem zahlreiche bewegte Bilder, die von einem Wochenschau-Beitrag aus den fünfziger Jahren bis zum Kurzfilm von Till Schürmann reichten. Der Motion-Designer hatte die Entwicklung des Schuhhauses in den vergangenen Jahrzehnten filmisch nachgezeichnet.

Historie und Unterhaltung bildeten die Eckpfeiler des rund dreistündigen Programms. »Ohne euch würden wir hier nicht stehen«, dankte Juniorchef Heinz-Jörg Ebert bei der Begrüßung der Gäste ausdrücklich seinen Eltern Marianne und Gerd Ebert, die seit Beginn der 60er Jahre den Weg geebnet hatten für die Fortsetzung der von Emmy und Edmund Darré begonnenen Erfolgsgeschichte. »Das Engagement für diese Region liegt uns sehr am Herzen«, hatte Ebert auf die »Leidenschaft für unsere Stadt« verwiesen, mit der man weit mehr als nur den Erfolg des eigenen Geschäfts verfolge.

»Darré war immer mehr als nur Schuhfacheinzelhandel«, bestätigte auch der hessische Innenminister Bouffier in seiner Festrede. Die 75 Jahre »mitten in Gießen« - so das Jubiläumsmotto - bezeichnete er als Erfolgsgeschichte eines außergewöhnlichen Hauses. Dabei galten die ersten persönlichen Erinnerungen Bouffiers weder der Qualität der Schuhe noch der großen Auswahl. Dem Gießener Bub hatten es eher das »neueste Heft von Lurchi« sowie die »unnachahmliche Rutschbahn« angetan. Der Minister schilderte die Aufbauleistung der Familie nach dem Krieg, erinnerte an die Aufbruchstimmung in den 50er Jahren: »Die Leute waren arm, aber voller Optimismus. Sie hatten beschlossen, selbst etwas zu tun«, beschrieb er die Zeit des Wirtschaftswunders. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten sei Familie Ebert nie stehen geblieben, sondern habe immer versucht, »an der Spitze des Fortschritts zu marschieren«. Dass ein Großteil der Mitarbeiter dem Haus seit vielen Jahren verbunden sei, spreche für die Unternehmenskultur bei Darré.

Den Beweis für diese These trat die Geschäftsführung wenige Minuten später an, als sie eine Mitarbeiterin verabschiedete, die im 46. Jahr für das Schuhhaus tätig ist. Für Brigitte Straßheim gab es rote Rosen und den gesungenen Abschiedsgruß »Wir sehen uns wieder« nach der Melodie des Sinatra-Songs »My way«. Bouffier hob die große Herzlichkeit hervor, mit denen Menschen in dem Geschäft am Selterstor begegnet werde und lobte insbesondere die Überzeugungsarbeit, die Heinz-Jörg Ebert immer wieder leistet - und das nicht nur in eigener Sache. »Wenn man seinen Ideen widerstehen will, dann bedarf es einer sehr großen Festigkeit - also einer Art Thomas Rausch«, spielte der Minister auf die aktuelle Diskussion um die richtige Innenstadtbeleuchtung an. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann. Man könne stolz auf das sein, was Darré als Marke darstellt, sagte der OB und verwies auch auf das Engagement Eberts in seiner Eigenschaft als IHK-Regionalgeschäftsführer für die Business Improvement Districts.

Bevor die Feier mit Kölsch und Chilli con Carne auf die Zielgerade einbog, erläuterte Ebert mit einer Power-Point-Präsentation die Unternehmensphilosophie »Der Mensch als Mittelpunkt«. Musikalischer Höhepunkt des Jubiläumsfestes war schließlich ein Kurzkonzert der »Drei Stimmen«, dessen Spektrum von Roland Kaiser und Rex Gildo über die Blues Brothers bis zu einer Hommage an Freddy Mercury und Queen reichte.



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