31. Mai 2018, 17:45 Uhr

470 Einsätze, keine Verletzten

Als diese Zeilen am Mittwoch geschrieben werden, laufen schon wieder Warnungen vor dem nächsten Unwetter ein. Geht es nach den betroffenen Gießenern, ist ihr Bedarf an Wetterkapriolen seit dem Dienstagabend gedeckt.
31. Mai 2018, 17:45 Uhr

Als am Mittwochmorgen der Berufsverkehr über die Licher Straße in die Stadt fließt, kommt es den Autofahrern vor, als durchquerten sie ein Katastrophengebiet. Auf dem Gelände der Tankstelle neben dem Penny-Markt hat der Katastrophenschutz sein Hauptquartier eingerichtet, vor einem Zelt sitzen Männer des Wetzlarer THW und ruhen sich ein wenig aus. Fast die ganze Nacht waren sie drüben in der Vitos-Klinik im Einsatz. »So langsam kriegen wir die Keller leer«, sagt einer und zeigt auf die andere Straßenseite, wo immer noch Feuerwehren aus ganz Mittelhessen im Einsatz sind.

Die wichtigste Nachricht kommt am Morgen von Gießens Feuerwehrchefin Martina Klee. 200 Meldungen waren in der Nacht beim Notruf der Polizei eingegangen, aber keine über Verletzte. »Wir hatten insgesamt rund 470 Einsatzstellen. Derzeit sind noch etwa acht offen. Die werden aber in den nächsten Stunden abgearbeitet sein.«

Wohin mit nassem Hausrat?

So kommt es dann auch, in der Mittagszeit kann die Feuerwehr in den Normalbetrieb wechseln. Nach und nach treten die vielen auswärtigen Kräfte den Nachhauseweg an, während sich im Westen schon wieder die ersten Wolken zusammenballen. Allein aus Stadt und Landkreis Gießen waren rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz, die später durch Wehren aus den Kreisen Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill, Vogelsberg und Wetterau verstärkt und abgelöst wurden. Klee: »Die Zusammenarbeit war sehr gut und professionell. Ohne Unterstützung hätte die Gießener Feuerwehr das nicht in solch einer Zeit schaffen können.«

Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Brandschutzdezernent Peter Neidel bedanken sich für die Unterstützung aus ganz Mittelhessen. Grabe-Bolz spricht von einer »sensationellen und beispiellosen Solidarität«, für die sie allen Beteiligten »höchsten Respekt und größten Dank« ausdrücke. »In solchen Stunden freut man sich besonders darüber, wenn so einfach und unkompliziert geholfen wird«, fügt Stadtrat Neidel hinzu.

Die Mitarbeiter des Kanalbetriebs der Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) sind in der Nacht zum Mittwoch bis drei Uhr und ab sieben Uhr morgens wieder im Einsatz, um Schäden abzuarbeiten. Es geht um das Freiräumen von Straßenabläufen, die Beseitigung von Schwemmgut vor Rechen und Grabeneinläufen, das Abpumpen von Kanälen, das Baggern von Gräben, die Reparatur von Steuerungseinrichtungen. Wie die MWB erläutern, sei das Gießener Kanalnetz eigentlich ausreichend groß dimensioniert. »Aber die Niederschlagsmengen vom Dienstagabend bringen Kanäle, Gräben, Rückhaltebecken und Pumpwerke an und weit über die Kapazitätsgrenze.«

Die Stadt wiederum weist darauf hin, dass in den Wäldern einige Wege in nächster Zeit gemieden werden sollten, weil sie unterspült worden seien. Vorsichtig sollten auch Besucher des Alten Friedhofs sein, wo der Regen in den Wegen bis zu 30 Zentimeter tiefe Erosionsrinnen hinterlassen hat.

Aus logistischen Gründen nicht möglich sind Sonderabholungen von durchnässtem Hausrat und den Blättern, die der Regensturm von den Bäumen geholt hat. Wer zu viel Grünabfall für die Tonne hat, kann sich Laubtüten, zum Beispiel im Stadtbüro, besorgen, rät die Stadt. Damit könne man bei der nächsten Leerung der grünen Tonne mehr Volumen loswerden. Zum Sperrmüll gibt es folgenden Tipp: Wer aufgeweichte Sachen aus überfluteten Kellern entsorgen will, kann sich beim Fuhramt (306-1639) einen Container bestellen. Die gibt es in verschiedenen Größen und auch kleinere. Man kann die Sachen auch direkt zum Abfallwirtschaftszentrum in die Lahnstraße 220 fahren und als Sperrmüll entsorgen.

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