12. Mai 2009, 23:32 Uhr

42 Millionen Euro für Hochschulstandort Gießen

Die Justus-Liebig-Universität und die Fachhochschule profitieren vom "Konjunkturprogramm II"
12. Mai 2009, 23:32 Uhr
Allein 5,6 Millionen Euro stehen bereit, um die Gebäude am Philosophikum II energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, Dachsanierung und Maßnahmen zum »barrierefreien Zugang« eingeschlossen. (Foto: Schepp)

Gießen (si). Von den insgesamt 187 Millionen Euro, die Bund und Land im Rahmen des »Konjunkturprogramms II« an den hessischen Hochschulen investieren, wird Gießen stärker als jeder andere Standort profitieren. Allein 33,6 Millionen gehen an die Justus-Liebig-Universität, weitere 8,4 Millionen Euro an die Fachhochschule Gießen-Friedberg. Damit liegt die Gesamtsumme noch um zwei Millionen Euro höher als die Landesregierung Ende Februar angekündigt hatte. Die Gießener Hochschulen werden rund zwei Dutzend Maßnahmen insbesondere im Bereich der energetischen Gebäudesanierung umsetzen können. Für die einzelnen Projekte haben Wissenschafts- und Finanzministerium jetzt grünes Licht gegeben. Die Vorhaben sollen spätestens im kommenden Jahr eingeleitet werden, bis 2011 müssen sie abgeschlossen sein.

An der Justus-Liebig-Universität sind allein 5,65 Millionen Euro für die acht Häuser des Philosophikum II vorgesehen, wo überwiegend kultur- und sozialwissenschaftliche Fächer zu Hause sind; finanziert werden damit auch Flachdachsanierungen und Maßnahmen, die den barrierefreien Zugang ermöglichen sollen. Weitere 2,5 Millionen Euro gehen in das Philosophikum I (Haus A). Dort werden auch die Klimaanlagen erneuert. Ähnliche Pläne gibt es für die Universitätsbibliothek (0,9 Mio.).

Am Standort Kugelberg sollen 7,5 Millionen Euro für die Sportwissenschaften freigegeben werden. Davon sind 4,2 Millionen für die energetische Sanierung des Schwimmbades reserviert und 3,3 Millionen für den Bau eines Multifunktionsgebäudes, auf das das Fach seit langem wartet. Darin sollen ein Bewegungslabor sowie Seminar- und Büroräume untergebracht werden, teilte die Hochschule gestern auf Anfrage mit.

Von weiteren Maßnahmen profitieren medizinische und naturwissenschaftliche Fächer. Saniert werden die Anatomie im Aulweg (2,0 Mio.), die Zentrale Versuchstierhaltung in Frankfurter und Friedrichstraße - hier entstehen auch Experimentalarbeitsplätze (1,2 Mio.), Hörsäle der Veterinärmedizin (1,0), das Carl-Vogt-Haus (das große Mehrzweckverfügungsgebäude) im Heinrich-Buff-Ring (4,0) sowie ein Teil des Hochschulrechenzentrums (2,3 Mio.), hier ist die Sanierung der Cafeteria eingeschlossen. Im Lehr- und Versuchsbetrieb Oberer Hardthof werden Stallungen neu gebaut bzw. modernisiert und auch eine Biogasanlage errichtet (3,4). In die Zahnmedizin gehen knapp eine Million Euro zur »Verbesserung des Lernumfeldes«. Eine grundlegende energetische und Flachdach-Sanierung erhält schließlich auch das von Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlern genutzte Hörsaalgebäude in der Licher Straße (1,8 Mio.).

Die Fachhochschule will mit ihren 8,4 Millionen Euro zum größten Teil Objekte in der Ostanlage sanieren. Darunter ist das B-Gebäude, das die FH in diesem Frühjahr übernommen hat und bereits nutzt. Dazu gehören aber auch alle übrigen Gebäude, in denen jetzt noch die Kreisverwaltung sitzt, die Häuser D - hier ist unter anderem das Kreisgesundheitsamt untergebracht - und das daneben liegende Haus G eingeschlossen. Insofern zeigt die Projektliste auch, dass das Land grünes Licht für die Erweiterung der Fachhochschule in diesem Bereich geben wird. Verwendet werden sollen die dafür bereitgestellten 6,9 Millionen Euro jeweils zur Fenstererneuerung, Heizungsmodernisierung, »energetischen Ertüchtigung«, Brandschutz und Innenausbau. Die restlichen 1,5 Millionen Euro sind für FH-Häuser in Gutfleisch-, Wiesen-, Moltkestraße und Südanlage reserviert.

Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und Finanzminister Karl-Heinz Weimar hatten am Montag berichtet, dass hessenweit 96 Vorhaben finanziert werden sollen. Die Gelder stammen zu drei Vierteln aus dem Konjunkturprogramm II, das der Bund aufgelegt hat. Den Rest steuert das hessische Sonderinvestitionsprogramm »Schulen und Hochschulen« bei. Zum Teil werden damit auch Vorhaben aus dem Hochschulbausonderprogramm »Heureka« des Landes angeschoben, das bis 2020 läuft und in dessen Rahmen insgesamt drei Milliarden Euro zur Verfügung stehen.

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