05. September 2018, 11:00 Uhr

Kultursommer-Bilanz

30 000 Besucher beim Kultursommer

Der Kultursommer auf dem Schiffenberg ist beendet. Organisator Dennis Bahl ist sehr zufrieden mit dem Verlauf seiner Veranstaltungsreihe.
05. September 2018, 11:00 Uhr
Lars Ruppel (r.) mit den drei Finalisten Florian Wintels, Elias Hirschl und Lisa Christ (v. l.).

Vom 23. August bis 3. September hat Dennis Bahl den Schiffenberg mit seinem »Gießener Kultursommer« bespielt. Ausverkaufte Konzerte von Nena und Scooter, ein fulminantes Konzert von Johannes Oerding, Publikumslieblinge wie Wincent Weiss, Atze Schröder, Gentleman und die Amigos sowie Ex-Supertramp Roger Hodgson sorgen für ein zufriedenes Gesicht des Konzertveranstalters. »Wir hatten insgesamt rund 30 000 Besucher. Da ist nicht mehr viel Luft nach oben, kann man nur noch bei einzelnen Veranstaltungen an der Stellschraube drehen«, betont Bahl.

Ihm ist daran gelegen, die intimere Atmosphäre des Kultursommers in der ehemaligen Klosteranlage beizubehalten. Bei maximal 4700 Besuchern pro Veranstaltung soll Schluss sein – und das auch im kommenden Jahr. Denn dass es auch 2019 auf dem Schiffenberg wieder einen Gießener Kultursommer geben wird, steht fest. »Im Oktober beginnen wir mit den Vorbereitungen«, berichtet Bahl und betont, dass sich die Öffnung des ViP-Angebots für alle Interessierten sehr bewährt habe.

Insgesamt stemmt Bahl mit seinem Team ein Riesenprojekt. »Wir bewegen uns mit den Kosten im siebenstelligen Bereich«, sagt er und ist froh darüber, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden und der Einsatz der Shuttlebusse wieder reibungslos liefen. Auch die mobile Wache, die die Polizei vor den Klostermauern eingerichtet hatte, hatte keine größeren Vorkommnisse. Die Feuerwehr kam einmal zum Einsatz, um beim Auftritt der Mittelalterrocker Saltatio Mortis ein Feuer auf der Bühne zu löschen.

 

Über Stilldemenz und Pubertät

 

Auch zum Finale war das Kultursommer-Publikum am Montagabend noch einmal in großer Zahl angereist. Knapp 1000 Besucher erlebten einen unterhaltsamen Poetryslam, zu dem Lokalmatador Lars Ruppel wortgewaltige Gäste eingeladen hatte. Eine Woche, nachdem er Vater von Zwillingen geworden ist, konnte sich Ruppel über Kirsten Fuchs’ Monolog über »Stilldemenz« freuen und hörte Lisa Christs Loblied auf die Mütter dieser Welt. Sandra Da Vina aus Bochum lamentierte als angehende 30-Jährige zur Freude des überwiegend älteren Publikums über das Älterwerden und die Auswüchse des Internets.

Ken Yamamoto plauderte über den bizarren Ausflug seiner multikulturellen Boy-Group, den (Un)sinn von Kulturbeuteln und den Unterschied zwischen »Bleiblingen« und »Flüchtlingen«. Den Vogel schoss Elias Hirschl aus Österreich ab, der mit einer typisch Wiener Geschichte – »am Ende sind alle tot« – zeigte, dass man mit viel Grips auch einen Text schreiben kann, in dem außer einem »a« keine anderen Vokale vorkommen.

Den Sieg am Ende eines spannenden Wortwettstreits – von skurrilen Auftritten des »Schneekönigs« mit dadaesken Texten zu Techno-Beat unterbrochen – trug nach gut zwei Stunden Florian Wintels aus Hannover davon. Mit seiner Suche nach den letzten Worten vor dem Tod und seiner schreiendkomischen Selbstdarstellung als Pubertätsmonster mit viel Selbstbewusstsein bekam er den meisten Applaus. (Foto: gl)

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