15. Mai 2019, 22:03 Uhr

25 000 Narkosen im Jahr

15. Mai 2019, 22:03 Uhr
Prof. Michael Sander (M.) stellt gemeinsam mit den Oberärzten Dr. Detlef Kuhn (r.) und Privatdozent Dr. Hagen Maxeiner das Programm vor. (Foto: hpb)

Vor 50 Jahren entließ der damalige Leiter der Gießener Chirurgischen Universitätsklinik, Professor Karl Vossschulte, die Anästhesiologie in die Selbständigkeit. Ein damals mutiger und innovativer Entschluss. Aus diesem Anlass feiert die Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum in Gießen am Samstag, dem 25. Mai von 10 bis 16 Uhr mit einer öffentlichen Veranstaltung vor dem Zeughaus in der Senckenbergstraße ihr 50-jähriges Bestehen. Klinikchef Prof. Michael Sander stellte gemeinsam mit den Oberärzten Dr. Detlef Kuhn und Privatdozent Dr. Hagen Maxeiner das Programm vor.

»Wir wollen mit den Menschen aus Gießen und der Region feiern und ihnen zeigen, was wir für unsere Patienten leisten. In verschiedenen Pavillons werden wir an Info-Ständen über das Leistungsspektrum der vier Säulen unseres Fachgebietes, unserer Partner-Rettungsdienste sowie der Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums Mittelhessen und die Geschichte der Klinik informieren«, kündigte Sander an. Außerdem soll es verschiedene Vorführungen und Mitmachangebote geben, wie beispielsweise die Wiederbelebung eines Menschen. Als prominenter Gast wird Bundesminister Helge Braun erwartet, der um 11 Uhr ein Grußwort sprechen wird. Der ehemalige Anästhesist wird übrigens heute noch als »beurlaubter Mitarbeiter« der Klinik geführt.

Größtes Haus am UKGM

Mit mehr als 100 Ärzten und über 200 Pflegekräften ist die Anästhesiologie die größte Klinik am UKGM. Von ihr werden praktisch alle Anästhesieleistungen für die Patienten am Standort Gießen erbracht - vom Frühchen bis zum Hundertjährigen, vom eingewachsenen Fußnagel bis zur Organtransplantation. Jährlich werden etwa 25 000 Narkosen und weitere anästhesiespezifische Leistungen durchgeführt.

Mit der operativen Intensivstation (16 Betten) und der Operative-Intermediate-Care-Station (15 Betten) ist die Klinik maßgeblich an der intensivmedizinischen Versorgung der Patienten aus allen Kliniken beteiligt, mit Ausnahme der Herz- und der Neurochirurgie. Eine wesentliche Rolle spielt eine weitere Säule: die Schmerztherapie. Sie besteht seit 1974 und ist eine der ersten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Hier sei man den meisten Kliniken weit voraus und auf einem guten Weg zu einer »schmerzfreien Klinik«.

Auf dem Gebiet der Notfallmedizin besetzt man Rettungswachen an den Standorten in Gießen, Bad Nauheim, Nidda und Ilbeshausen mit Notärzten. Das gilt auch für den in Gießen stationierten Rettungshubschrauber, der für den Standort eine große Aufwertung bedeutet.

Die Klinik ist weltweit stark vernetzt und engagiert sich in verschiedenen Projekten der Spitzenforschung, insbesondere der Grundlagenforschung. Sie hat einen hervorragenden Ruf in der Ausbildung von Medizinern, nicht nur bei den Studierenden, sondern auch bei der Facharztausbildung. Alle Schlüsselqualifikationen können in Gießen erworben werden.Zudem engagiert sich die Klinik im Rahmen des Projekts Reanimation in der Schule. Fernziel ist es, dass dieses Thema an hessischen Schulen in den Lehrplan aufgenommen wird. Vom 17. bis 19. Juni findet während der MINT-Tage eine Pilotveranstaltung für Lehrende, Schülerinnen und Schüler in der Gießener Liebigschule statt.

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