15. Oktober 2019, 21:56 Uhr

Großinvestition

22 Millionen Euro für neue Adenauer-Brücke in Gießen

Fast zehn Jahre ist es her, dass der Ersatzneubau der Konrad-Adenauer-Brücke beschlossen wurde. In zwei Jahren soll es nun endlich losgehen. Große Gewinner der Verzögerung sind die Radler.
15. Oktober 2019, 21:56 Uhr
Fast 50 Jahre alt ist die Konrad-Adenauer-Brücke, die ab 2022 durch eine neue ersetzt wird. (Foto: mö)

Das wird kein Never-Ending-Projekt«, stellte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats fest. Aber immerhin rund zwölf Jahre werden zwischen dem Projektbeschluss aus dem Frühjahr 2010 und dem anvisierten Baubeginn im Jahr 2022 verstrichen sein, ehe mit dem Ersatzneubau der Konrad-Adenauer-Brücke begonnen wird. Am Montag hatte der Magistrat den zehn Jahre alten Beschluss ergänzt und aktualisiert. Das Tiefbauamt geht nun von Kosten in Höhe von 22 Millionen Euro aus, die zwischen 2022 und 2024 verbaut werden sollen. Vor zehn Jahren war die Stadt noch von rund neun Millionen Euro ausgegangen. Der aktuelle städtische Kostenanteil bewegt sich bei »nur« rund sieben Millionen Euro, da das Land Hessen dank Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz etwa 70 Prozent der Kosten tragen wird.

Die wesentlichste Änderung an der Planung aus dem Jahr 2010 betrifft den Radverkehr. »Es wird nun auch auf der Südseite der Brücke ein Radweg verlaufen, der vom Gewerbegebiet West bis in die Westanlage und einem Linksabbieger in die Schanzenstraße geführt wird. Für den Radverkehr ist das eine deutliche Aufwertung«, erklärte Bau- und Planungsdezernent Peter Neidel.

Der Streit, ob der Autoverkehr im Zuge der Erneuerung von zwei auf drei oder vier Spuren über die Brücke geführt wird, war bereits 2010 zugunsten einer vierspurigen Variante entschieden worden. Das damalige Argument, die Rodheimer Straße zu entlasten, ist aus Sicht des Magistrats noch stärker geworden. »Es sind neue Wohngebiete entstanden, die vom Verkehr entlastet werden sollen«, erklärte Neidel. Zudem verspricht sich der Bürgermeister von einer leistungsfähigeren Brücke auch eine Entlastung der Westanlage und der Frankfurter Straße. »Ich könnte mir vorstellen, dass die Lahnstraße mehr genutzt wird«, meinte Neidel. Die rechte der beiden stadteinwärts führenden Fahrspuren wird an der Kreuzung Lahnstraße/Gabelsberger Straße mit einem Abbiegepfeil versehen.

Grund für den Neubau ist aber nicht die Verkehrsentlastung einiger Stadtbereiche, sondern der Zustand der nach dem ersten Bundeskanzler benannten und fast 50 Jahre alten Brücke. Die Benotung durch die Ingenieure - alle zwei Jahre findet eine Hauptprüfung statt - ist mittlerweile derart schlecht, dass gehandelt werden muss. 2006 wurde bereits ein Fahrverbot für Lkw ab 30 Tonnen verhängt, für Radfahrer ist die Benutzung des völlig maroden Rad/Gehwegs auf der Nordseite seit geraumer Zeit verboten. »Der Zustand ist nicht gut, aber er hat sich zuletzt nicht weiter verschlechtert«, meinte Neidel. Für eine weitere »Ablastung« der Brücke bestehe momentan kein Anlass.

Gebaut wird in zwei Abschnitten: Zunächst wird der südliche Teil neu errichtet, dann kommt die Nordseite an die Reihe. Es stehen während der Bauzeit - wie jetzt - also zwei Fahrspuren zur Verfügung. Zunächst wird auf der alten Brücke gefahren, dann auf den beiden Spuren der neuen Südseite.

Stimmt das Stadtparlament im November dem Projektantrag zu, wird das Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium eingeleitet. Ein Risiko, das besteht, betrifft ein Wohnhaus, das auf der Westseite der Lahn an der Schlachthofstraße direkt neben der südlichen Brückenauffahrt steht. Durch die Verbreiterung rückt die Brücke näher an das Gebäude herein. »Der Eigentümer könnte klagen«, räumte Neidel ein. Mit einer Lärmschutzwand soll die Lärmbelastung minimiert werden.

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