08. August 2019, 21:23 Uhr

122 Liter pro Tag

08. August 2019, 21:23 Uhr
Im Bereich des RP Gießen verbrauchen die Bürger aus dem Landkreis Limburg-Weilburg am meisten Wasser. (Foto: pm)

Trockenheit, Dürre, Niedrigwasser, ausbleibende Niederschläge und geringe Grundwasserneubildungen machten im Jahr 2018 Schlagzeilen. In Flüssen und Bächen herrschte Wassermangel, die Wasserentnahmen aus Fließgewässer mussten teilweise eingeschränkt werden. »Infolgedessen sind im letzten Jahr auch die Grundwasserstände auf ein überwiegend unterdurchschnittliches Niveau gesunken. Teilweise wurden sehr niedrige Grundwasserstände erreicht«, erläutert Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich in einer Pressemitteilung seiner Behörde.

Bedingt durch die lang anhaltende Hitze sei der Wasserverbrauch pro Einwohner und Kopf im vergangenen Jahr leicht angestiegen. »Verbrauchte ein Mittelhesse im Jahr 2017 noch 115 Liter, waren es im Jahr 2018 119 Liter, also rund vier Liter mehr am Tag. Wasserversorgungsunternehmen berichten, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen der tägliche Wasserverbrauch deutlich ansteigt«, sagt Frank Burk, Leiter des zuständigen Dezernates im Regierungspräsidium. Die entsprechenden Tagesspitzen beim Verbrauch bereitzustellen, stellt sowohl für die Trinkwassergewinnung als auch für die Verteilung enorme Herausforderungen dar. Trotzdem sei es in 2018 in Mittelhessen zu keinen Liefereinschränkungen gekommen.

Durchschnittlich verbrauchte ein Einwohner des Landkreises Marburg-Biedenkopf 113 Liter pro Tag, gefolgt vom Lahn-Dill-Kreis mit 115 Liter. Im Landkreis Gießen lag der Verbrauch bei 122 Litern. Im Vogelsbergkreis und im Landkreis Limburg-Weilburg benötigten die Einwohner 124 Liter pro Tag. Erst im Dezember hatte sich die Wetterlage umgestellt und atlantische Tiefdruckgebiete bescherten Hessen in weiten Teilen ergiebige Niederschläge. Die große Trockenheit wurde zwar beendetet, die Grundwasserstände haben sich jedoch nur unzureichend erholen können.

Somit sei die Ausgangssituation 2019 ungünstiger als im Vorjahr gewesen. Trotzdem konnten die während der Hitzeperiode der vergangenen Wochen an wenigen Tagen abgerufenen Spitzenverbräuche durch die Wasserversorger ausreichend bedient werden. »Es bleibt zu hoffen, dass das kommende Winterhalbjahr wieder mit ergiebigen Niederschlägen dazu beiträgt, die Grundwasserverhältnisse zu normalisieren«, schreibt das RP.

Positiv zu erwähnen sei, dass die Netzverluste in den letzten 20 Jahren um etwa 33 Prozent gesunken seien. »Dies ist auf Investitionen der Wasserversorger in das Wassernetz zurückzuführen, die nicht nur zu einer Verbesserung der Netzinfrastruktur beitrugen. Sie leisteten auch einen Beitrag zum schonenden Umgang mit der Ressource Grundwasser«, erklärt Burk.

Das RP erinnert zudem, dass jeder Bürger zum schonenden Umgang mit Trinkwasser, auch in Anbetracht der Trockenheit in diesem Sommer, beitragen könne. »Besonders sparsame Duschköpfe verbrauchen maximal sechs Liter pro Minute. Regenduschköpfe kommen schnell auf 20 Liter pro Minute, also das Dreifache. Wenn alle Bürger in Hessen - also immerhin circa 6,2 Millionen - die Dusche am Tag nur eine Minute weniger laufen lassen, sind das 37 200 000 bis 124 000 000 Liter Wasser am Tag weniger«, rechnet das RP vor. Die Durchlaufmenge am Wasserhahn liege bei rund 20 Liter pro Minute. Zum Händewaschen genügten aber auch sieben Liter pro Minute. Dies ließe sich mit einem Perlator reduzieren.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bäche
  • Gießen
  • Niederschlag
  • Wasserknappheit
  • Gießen
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen