27. Januar 2013, 19:08 Uhr

107 Teilnehmer bei »Jugend musiziert«

107 Teilnehmer trafen sich am Wochenende zurr regionalen Ausscheidung des Wettbewerbs »Jugend musiziert« im Philosophikum II. Am Ende waren sie alle Gewinner.
27. Januar 2013, 19:08 Uhr
Katharina Sahmland (Sopran) und Denis Achenbach (Bassbariton) beeindrucken beim Regionalwettbewerb mit ihren Stimmen. (srs)

Schneeflocken treiben draußen umher, hüllen die Flachbauten des Philosophikums II in ein karges Bild. Innen indes, im Gebäude D, eröffnet sich Besuchern ein Spektrum sämtlicher Klangfarben. Das helle Spiel von Geigen dringt aus mehreren Räumen, in denen Violinistinnen sich für ihren Auftritt vorbereiten. Jungen schleppen Trommeln durch die Flure. Und auf zwei Bühnen tragen am Wochenende im Rahmen des Wettbewerbs »Jugend musiziert« insgesamt 107 Kinder und Jugendliche vor einer Jury Stücke vor, die sie monatelang eingeübt haben, um anschließend ihre Eltern in die Arme zu schließen – stolz strahlend oder still mit sich hadernd.

»Eigentlich gibt’s hier keinen Gewinner«, hält Edith Maria Weidner lächelnd fest. Die Karbenerin ist 13 – und im Wettbewerb »Jugend musiziert« ein alter Hase. Zum bereits sechsten Mal nimmt sie teil. Geige, erklärt Edith Marie, spiele sie, weil »es Spaß macht«. Und der Wettbewerb diene vor allem einem Ziel: »Für sich selber weiß man nach dem Vorspiel und dem Beratungsgespräch mit der Jury, wo man steht.« Am Samstagnachmittag trägt sie unter anderem Kompositionen von Fritz Kreisler und Dmitri Kabalewski vor. Für einen kurzen Moment verliert sie dabei während ihres Konzerts den Faden. Die Situation meistert sie jedoch in Seelenruhe. Geschwind deutet sie dem sie begleitenden Pianisten mit dem Bogen, an welcher Stelle er wieder einsetzen soll – dann setzt die 13-Jährige ihr konzentriert fort. Die fünfköpfige Jury honoriert ihren Auftritt am Ende mit der Höchstwertung von 25 Punkten.

Wer während der regionalen Ausscheidung 23 Punkte oder mehr erhält, darf im März am Landeswettbewerb in Schlitz teilnehmen. Ein »hohes Niveau« bescheinigt Jury-Mitglied Ursula Stockhausen den Geigerinnen. »Wir bewerten selbstverständlich, ob die Musiker die Töne richtig treffen und außerdem, ob sie über Nuancen-Reichtum in der Dynamik, in der Lautstärke verfügen«, erklärt Stockhausen, die in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen im Orchester spielte.

Immer wieder brillieren heimische Nachwuchsmusiker. Die Sänger Linnea Haufschild und Michael Higgs blinzeln zu Beginn noch nervös von der Bühne herab. Im Flug gewinnen sie jedoch das Publikum für sich, als sie »Tanzen möcht ich« aus »Die Csárdásfürstin« mit tänzerischen und schauspielerischen Einlagen garnieren. Emotionen wie Trauer und Freude, die in Kompositionen Mozarts und Franz Wilhelm Abts innewohnen, sind im Vortrag des Gießener Paars Katharina Sahmland (Sopran) und Denis Achenbach (Bassbariton) zu spüren.

»Jugend musiziert« feiert in diesem Jahr 50. Jubiläum. »Gott sei Dank gibt es musikalischen Nachwuchs«, hebt Rolf Mohr, einer der Organisatoren der regionalen Ausscheidung, hervor. »Und Gott sei Dank wird der Nachwuchs auch durch solche Wettbewerbe gefördert.« Universitätsmusikdirektorin Brigitte Schön ergänzt: »Jugend musiziert« sei »viel mehr als eine »Super-Begabten-Auslese. Es ist ein freundlicher Wettstreit. Kinder lernen, mit Stresssituationen vor Publikum umzugehen. Das kann später im Berufsleben hilfreich sein.« Sorgen bereitet Mohr allerdings eine jährlich schwindende Teilnahme von Kindern ab zwölf Jahren. »Es gibt da einen richtigen Einbruch«, beobachtet er. »Wir führen es auf G8, auf die Einführung des achtjährigen Gymnasiums zurück.«

Die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs spielen am 23. Februar um 15 Uhr im Konzertsaal des Rathauses. srs

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