17. November 2019, 10:00 Uhr

Meisenbornweg

1,8 Millionen Euro für Gedenkstätte in Gießen

Die ehemalige Erstaufnahmeeinrichtung im Meisenbornweg in Gießen wird zu einem historischen Erinnerungsort. Die Bundesregierung nimmt dafür viel Geld in die Hand.
17. November 2019, 10:00 Uhr
Die ehemalige Erstaufnahmeeintrichtung im Meisenbornweg. (Foto: Schepp)

Der Umbau des ehemaligen Notaufnahmelagers im Meisenbornweg in einen Lern- und Erinnerungsort wird vom Bund gefördert. Am Donnerstag ist in einer Sitzung des Haushaltsauschusses im Deutschen Bundestag der Etat für Kulturprojekte im Bundeshaushalt 2020 verabschiedet worden. Damit ist klar, dass auch das Gedenkstättenprojekt in Gießen mit 1,8 Millionen Euro unterstützt wird.

Die Einrichtung am Meisenbornweg war seit 1945 Auffang- und Ankunftsort für Staatenlose, Aussiedler, Geflüchtete und 900 000 DDR-Übersiedler. Für sie galt das Lager als Sehnsuchtsort und Inbegriff von Freiheit. Der Gießener Bundestagsabgeordnete und Bundesminister Prof. Helge Braun sagte, »der Weg in die Freiheit begann für viele Menschen im ehemalige Notaufnahmelager in Gießen«. Vor allem durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus der ehemaligen DDR habe das Notaufnahmelager einen besonderen Teil zur deutschen Geschichte beigetragen. »Es ist die einzige Einrichtung in Deutschland, die seit Ende des Krieges bis heute Menschen aufgenommen hat, die ihre Heimat zwangsweise verlassen mussten oder vor Krieg und Terror flohen«, sagte Braun. »Daraus einen Ort des Gedenkens zu schaffen, ist ein wichtiger Beitrag unserer Erinnerungskultur.«

Neben der schwarz-grünen Landesregierung hatte sich auch die Gießener Stadtkoalition aus SPD, CDU und Grünen dafür ausgesprochen, ein Konzept zu entwickeln, wie das frühere Notaufnahmelager in Zukunft genutzt werden kann. Hintergrund war die Entscheidung des Landes, in der Liegenschaft im Meisenbornweg keine Flüchtlinge mehr unterzubringen.

Das große Restgelände und die Gebäude sollen nach Aussage des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) von Behörden genutzt werden. Unter anderem wird geprüft, ob dort die bisher verstreute Niederlassung Mitte des LBIH dort zusammengeführt werden soll. 450 Mitarbeiter sind aktuell an den Standorten in Weilburg, Bad Nauheim, Friedberg, Marburg und Gießen beschäftigt.

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