28. August 2020, 17:32 Uhr

DGB fordert Stärkung der Ausbildung in der Krise

28. August 2020, 17:32 Uhr
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Aus der Redaktion

Berlin (dpa). Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB fordert auch angesichts der Corona-Krise eine gesetzliche Ausbildungsgarantie. »Jeder Jugendliche muss ein Angebot auf einen Ausbildungsplatz oder eine überbetriebliche Ausbildung erhalten«, sagte DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack bei der Vorstellung des Ausbildungsreports in Berlin.

»Das Nebeneinander von Fachkräftemangel und hoher Ausbildungslosigkeit ist Gift für unsere Gesellschaft«, kommentierte Hannack den sich in der Pandemie verschärfenden Trend von Jugendlichen, die keine Ausbildung fänden. Im Handwerk etwa wurden bis Ende Juli 13 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch im Vorjahr.

Einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung zufolge könnte die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 auf etwa 460 000 sinken. Hannack sprach von 456 000 Verträgen und sagte: »Das wäre der niedrigste Stand, den wir in der Bundesrepublik jemals hatten.« Der Ausbildungsmarkt sei aber schon vor der Krise angespannt gewesen. Die Zahl der ausbildenden Betriebe etwa liege mittlerweile bei nur noch unter 20 Prozent.

Berufsschulen besser ausstatten

Hannack kritisierte zudem die Ausstattung der Berufsschulen. Die Pandemie zeige, dass diese technisch nicht auf Distanzlernen vorbereitet seien. »Wenn jetzt Mittel aus dem Digitalpakt fließen und Soforthilfen für Schulen bereitgestellt werden, müssen auch die Berufsschulen profitieren.«



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