26. März 2020, 19:47 Uhr

Heiß begehrte Waren

26. März 2020, 19:47 Uhr
Einkaufen in der Corona-Krise ist anders als sonst. Auch das bargeldlose Bezahlen soll dazu beitragen, dass es im Supermarkt keine direkten Kontakte gibt. SYMBOLFOTO: NICI MERZ

Wiesbaden (ots). In der Corona-Krise sieht sich der Einzelhandel in Deutschland einer ungebremsten Nachfrage nach bestimmten Gütern des täglichen Bedarfs gegenüber. Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, sind die Verkaufszahlen für ausgewählte Produkte in der Woche vom 16. bis 22. März - wie schon in den drei Wochen zuvor - auf ein extrem hohes Niveau gestiegen. So war die Nachfrage nach Seife in der zwölften Kalenderwoche mehr als viermal so hoch wie in den sechs Monaten zuvor (+ 337 Prozent),während die Nachfrage nach Toilettenpapier mehr als dreimal so hoch lag (+ 211 Prozent).

Anstieg auf mehr als das Achtfache

Erstmals schnellten die Absatzzahlen der ausgewählten Lebensmittel und Hygieneartikel in der letzten Februarwoche (Kalenderwoche neun vom 24. Februar bis zum 1. März) in die Höhe. Bereits in dieser Woche waren die Absatzzahlen für Mehl (+ 150 Prozent), Seife (+ 122 Prozent) oder Teigwaren (+ 109 Prozent) mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der sechs Monate zuvor. Die Nachfrage nach Teigwaren ließ daraufhin bis zur zwölften Kalenderwoche langsam nach, was auch auf ein kurzfristig fehlendes Angebot in diesem Warensegment zurückzuführen sein dürfte.

In der ersten Märzwoche (Kalenderwoche zehn vom 2. bis 8. März) stieg die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln auf mehr als das Achtfache im Vergleich zum Durchschnitt des vorherigen halben Jahres (+ 751 Prozent). In den beiden Wochen danach sank der Absatz enorm und lag in der Kalenderwoche zwölf nur noch bei der Hälfte des sonst üblichen Absatzes. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Produkt vorübergehend praktisch ausverkauft gewesen ist.

Politik und Wirtschaftsverbände sehen die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs indes als gesichert an und appellieren an die Bevölkerung, von »Hamsterkäufen« abzusehen.

Die Angaben basieren auf neuen Datenquellen und Methoden. Ausgewertet wurden digital verfügbare Kassendaten, sogenannte Scannerdaten. Auswertungen dieser Art haben experimentellen Charakter und sind Teil eines Projektes im Bereich »Experimentelle Daten«, mit dem das Statistische Bundesamt neue Datenquellen und Methoden erprobt. Ausgewählte Projektergebnisse werden unter www.destatis.de vorgestellt.

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionensind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de zu finden.

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