18. Oktober 2019, 20:37 Uhr

Der Mann muss glücklich sein!

18. Oktober 2019, 20:37 Uhr
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Aus der Redaktion
Einfach ganz locker bleiben - und vorher im Tanzkurs üben. (Foto: Fotolia_26063181_L_-®_beautypics84)

Jedes Brautpaar wünscht sich eine einmalige und tolle Hochzeit. Dieser Tag soll perfekt werden, unvergesslich bleiben und allen Anwesenden tolle Erlebnisse bieten. Dazu gehört auch der Eröffnungstanz des Brautpaares, der damit den entspannten Teil des Abends beginnen lässt. Daher bieten Deutschlands Tanzschulen spezielle Hochzeitstanzkurse, die für ein gutes Gelingen beitragen sollen.

Aber was muss bzw. kann ein Hochzeitskurs leisten, welche Inhalte bietet er und vor allem: Wie bekommt man Tanzmuffel - sprich den Bräutigam - auf die Tanzfläche?

Claudia Wehrheim, Inhaberin der Tanzschule WehrheimGierok, hat in ihrer über 30-jährigen Berufszeit Hunderte Hochzeitskurse durchgeführt und Tausenden Brautpaaren die wichtigsten Schritte beigebracht. Ihr Fazit: »Der Hochzeitstanzkurs ist vor allem für den Bräutigam Stress pur. Während die Braut meist mit vollem Elan dabei ist, bricht beim zukünftigen Ehemann das ›Ich-kann-nicht-tanzen‹-Syndrom aus. Deshalb versuche ich, den Rahmen so locker wie möglich zu gestalten, die Tanzlektionen kompakt zu halten und den Spaß am gemeinsamen Tanzen zu wecken.«

Walzer noch aktuell

In der Tat hat sich die männliche Abneigung gegen das Tanzen in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich geändert. Frauen tanzen mit Lust, Männer mit der Versagensangst. Keine guten Voraussetzungen für einen entspannten Hochzeitstanz.

Um so wichtiger ist es, aus Nichttänzern keine Turniertänzer zu machen. Die Hochzeitstanzkurse werden daher häufig kompakt als Kurzkurs angeboten. Ein guter Kurs zeigt dabei nicht alle möglichen Schrittfolgen und Figuren, die ein Tanz bietet, sondern konzentriert sich auf die wichtigsten Schritte.

»Unsicherheit entsteht vor allem, wenn ungeübte Tanzpaare komplizierte Figuren vor einem Publikum tanzen sollen. Es ist besser, einfache Grundschritte gut zu beherrschen. Das gibt Sicherheit, das Brautpaar ist viel entspannter. Dann wird auch der Hochzeitstanz zu einem gemeinsamen positiven Erlebnis«, sagt Claudia Wehrheim.

Noch immer ist der Wiener Walzer der traditionelle Eröffnungstanz des Brautpaares. Die Wenigsten können ihn oder beherrschen seine Schrittfolgen und Figuren. Wer noch nie oder sehr wenig getanzt hat, bekommt schon bei der Hochzeitsplanung Schweißperlen auf die Stirn. Claudia Wehrheim: »Um den Wiener Walzer so elegant und spannend zu tanzen wie die Paare bei ›Let’s dance‹ oder gar auf den Tanzturnieren, braucht es jahrelange Übung oder intensives Training. Deshalb konzentrieren wir uns nur auf einige Grundschritte und wenige Figuren. Viel einfacher zu erlernen ist der Langsame Walzer, der mittlerweile immer öfter an die Stelle des Wiener Walzers als Eröffnungstanz tritt. Das macht den Meisten auch viel mehr Spaß und trägt damit viel zu einem entspannten Hochzeitstag bei.«

Was macht einen guten Hochzeitstanzkurs aus? Ganz klar: Freude beim Tanzen. Hochzeitsvorbereitungen per se sind stressig. Tanzen wirkt dabei perfekt als Entspannungstherapie.

Um gut auf die am meisten gespielte Tanzmusik vorbereitet zu sein, genügen vier Tänze: Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Foxtrott und natürlich Discofox. Dabei brauchen Sie nicht viele Schritte und Figuren zu beherrschen. Wichtiger ist, wenige Grundschritte und ein, zwei Figuren sicher zu tanzen. Gute Tanzschulen konzentrieren sich daher auf das Wesentliche.

Wer nicht gerade einen Hochzeitsplanungskurs belegt hat, freut sich auch auf Tipps, wie man sich adäquat am Hochzeitstag bewegt.

Das fängt mit der richtigen Tischplanung an (wer sitzt wo), geht über den Einmarsch zur Trauungszeremonie im Standesamt und in der Kirche (wer führt wen zum Traualtar) bis hin zu den Tischreden (wer sagt was). Claudia Wehrheim: »Solche Organisations- und Ablauffragen werden uns häufig gestellt. Deshalb gehören sie bei uns seit vielen Jahren zum festen Kursbestandteil.«

Eigene Choreografie

In vielen Tanzschulen können Hochzeitstanzkurse mit Trauzeugen, Eltern oder Freunden besucht werden, auch als geschlossene Gruppe. Ein neuer Trend sind individuelle Hochzeitstänze, die zur Lieblingsmusik des Brautpaares choreografiert werden. Ein eigener Hochzeitstanz - individueller geht’s nicht.

Wer Ideen sucht, ist bei den Hochzeitsmessen, die hauptsächlich am Jahresanfang stattfinden, gut aufgehoben. Hier finden Brautpaare viele Anregungen und Anbieter. Von Mode bis Unterhaltung ist alles dabei. Die nächste Hochzeitsmesse findet übrigens im Januar 2020 im Kurhaus Bad Nauheim statt.



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