22. Mai 2019, 21:57 Uhr

Biolandwirtschaft geht in zweite Generation

22. Mai 2019, 21:57 Uhr
Helen Hornischer und Jannik Kammer mit Hühnern, Hähnen und Ziegen am mobilen Hühnerstall. (Foto: Sekatsch)

Hühner und Limousinrinder prägen den Biohof Hornischer in der Flugplatzsiedlung Ettingshausen. Biogetreide, Biokartoffeln und Bioöllein gedeihen hier ebenfalls. Bereits seit 25 Jahren werden die rund 100 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Und das wird auch so bleiben, obwohl eine Änderung eintreten wird: Helen Hornischer wird mit ihrem Verlobten Jannik Kammer den Familienbetrieb von ihren Eltern Renz und Claudia Hornischer übernehmen. »Wir wollen den Familienbetrieb im Haupterwerb in die Zukunft führen«, sagt die Agrarwissenschaftlerin.

Die beiden haben bereits einen neuen Betriebszweig gegründet: Mobile Legehennenhaltung. Auf den Wiesen rund um den Hof werden die Hühner gehalten. An zwei Standorten gibt es 240 Hühner, die etwa 225 Eier am Tag legen.

Durch einen rechtzeitigen Standortwechsel bleibe die Grasnarbe der Wiese erhalten, den Hühnern stehen stets Grünfutter und gesunde Kräuter zur Verfügung. Allerdings setzt das voraus, dass genügend Grünland zur Verfügung steht, was beim Biohof Hornischer der Fall ist. Zum größeren Hühnerstall gehören zwei mit Glocken ausgestattete Ziegen, die zur Abwehr von »Luftangriffen« durch den Habicht im Einsatz sind. Nachts sind die Hühner im Stall, sodass nächtliche Attacken von Fressfeinden nicht möglich sind. Zum Gras bekommen die Hühner und die drei Hähne Herkules, Fridolin und Horst sowie die Ziegen Bibi und Tina noch selbst erzeugtes Biogetreide.

Direktes Netzwerk

»Wir werden die Eier nicht einfach im Laden verkaufen, sondern bauen ein direktes Netzwerk zwischen Verbraucher und uns als Landwirten auf«, sagen Helen Hornischer und Jannik Kammer an. Einen Teil ihres Ziels haben sie schon umgesetzt. »Dabei erhalten wir Unterstützung von ortsansässigen Läden wie Bäckereien und Metzgereien.« Neben dem Biohof Hornischer befinden sich Abhol- und Verkaufsstellen in Meinhart’s Frischelädchen (Ettingshausen), in der Metzgerei Petri (Grünberg), im Wiener Altstadtcafé (Lich) sowie in der Bäckerei Lukasch (Reiskirchen).

Darüber hinaus wurde ein System ausgeklügelt, wie sich Kunden durch ein Abonnement auf Bioeier Vorteile verschaffen können, beispielsweise eine Garantie auf frische Bioeier auch während der »beliebten Eierzeiten« wie Ostern oder Weihnachten. Damit werde ein »Zeichen für eine direkte, langfristige und vertrauensvolle Beziehung zur Bauernfamilie« gesetzt. Natürlich sind auch Spontankunden in der Eierscheune immer herzlich willkommen.

»Wir brennen für die Idee, jeden wieder näher an die Landwirtschaft, deren Möglichkeiten und Probleme zu bringen. Das Bewusstsein für die beteiligten Akteure, für eine nachhaltige und faire Landwirtschaft steigt«, erklärten Helen Hornischer und Jannik Kammer, der eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert hat und demnächst seinen Meister machen wird.

Liebevolles Aufziehen

Eine ausgewogene Fütterung sei bei den Rindern gewährleistet, die zur Fleischerzeugung gehalten werden. Den Tieren stehen großzügige Ställe zur Verfügung, sie haben im Winter die Möglichkeit zum Auslauf und befinden sich im Sommer auf der Weide. »Die Tiere sind liebevoll aufgezogen«, berichtet Helen Hornischer. Alle Kühe haben Hörner und Namen. Die Selektion erfolgt nach Charakter und Leistung. Limousinrinder seien die »Araber unter den Rindern« und besitzen viel Temperament, sind aber auch durchaus zutraulich und neugierig. Die Fleischrasse aus Frankreich habe besonders zartes und mageres Fleisch. Der Naturlandhof Hornischer bietet außerdem Biorindfleischpakete (etikettiert, vakuumiert, in küchenfertigen Portionen verpackt, zum Einfrieren geeignet) in verschiedenen Größen an, die nach Vorbestellung abgeholt werden können. »Es wird erst geschlachtet, wenn ein ganzes Tier verkauft ist«, heißt es in einer Broschüre des Hofes.

Zu den Erzeugnissen des Biohofes gehören auch unterschiedliche Getreidearten (Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Dinkel), aber auch Ackerbohnen, Kartoffeln und Öllein, und das, obwohl der Boden manchmal schwierig ist. »Die Bodenpunkte liegen zwischen 30 und 50«, sagt Renz Hornischer.

Angeboten werden die Produkte über die Direktvermarktung oder auch über den Ökoverband Naturland.

Vor über 25 Jahren hat Renz Hornischer den Betrieb auf »biologische Bewirtschaftung« umgestellt. Die nachfolgende Generation hat damit eine Basis erhalten, auf der sie sich im Sinne »einer fairen und nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft« weiterentwickeln kann.

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